Nahost

US-Minister: Wir zielen nicht auf Energieinfrastruktur ab

08. März 2026 , 23:22 Uhr

Die Nachricht von Israels Angriff auf Öltanks in Teheran sorgte international für Aufmerksamkeit. Wie stehen die USA dazu?

Die USA haben nach Angaben ihres Energieministers Chris Wright nicht vor, die iranische Ölindustrie anzugreifen. «Die USA zielen nicht auf die Energieinfrastruktur ab», sagte Wright dem Sender CNN. Zuvor hatte die Bombardierung eines Öllagers durch Israel im Iran für Aufsehen gesorgt, nach der dichte Rauchschwaden den Himmel über der Hauptstadt Teheran verdunkelten. Aufnahmen nach dem Angriff am Samstagabend zeigten einen gewaltigen Feuerball.

Israels Armeesprecher Effie Defrin betonte, Israel habe in der Nacht zu Sonntag Treibstofflager angegriffen, die vom iranischen Militär genutzt worden seien. «Dies ist das Öl, das die Räder des Regimes und seine Terroraktionen gegen den Staat Israel, gegen die Region und gegen die gesamte Bevölkerung am Laufen hält», sagte er. Israel kämpfe nicht gegen das «großartige iranische Volk», sondern nur gegen das «Terrorregime», erklärte Defrin.

Das Nachrichtenportal «Axios» berichtete, die israelischen Angriffe auf die Treibstofflager seien deutlich über das hinausgegangen, was die USA erwartet hätten, als Israel Washington vorab darüber informiert habe. Das soll zur ersten bedeutenden Unstimmigkeit zwischen den Verbündeten seit Beginn des Krieges vor gut einer Woche geführt haben, schreibt das Portal unter Berufung auf einen US-Beamten, einen israelischen Beamten und eine weitere informierte Quelle. 

Die USA sind laut dem Bericht besorgt, dass israelische Angriffe auf Infrastruktur, die der iranischen Bevölkerung diene, strategisch nach hinten losgehen könnten. Es gibt die Sorge, dass sie zur Unterstützung der Führung in Teheran beitragen und die Ölpreise in die Höhe treiben könnten. 

Für US-Präsident Donald Trump ist das vor allem angesichts steigender Spritpreise in den USA relevant, die für ihn mit Blick auf die wichtigen Zwischenwahlen im Herbst zum Problem werden könnten, sollte es sich um eine längerfristige Entwicklung handeln.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

08.03.2026 Streng geheim: Wie lange reicht die Munition im Iran-Krieg? In Zeiten des Krieges kommt es auch auf Zahlen an. Doch ausgerechnet die, die für den weiteren Verlauf des Krieges ausschlaggebend sein könnten, liegen im Verborgenen. 08.03.2026 Trumps Fehde mit Großbritannien: «Werden uns erinnern» US-Präsident Donald Trump erwartet von den Verbündeten bedingungslose Unterstützung. Und was passiert, wenn diese zunächst ausbleibt? Das bekommt jetzt Großbritannien zu spüren. 07.03.2026 Schwere Angriffe auf den Iran - Trump droht Nach einer Nacht mit schweren Angriffen entschuldigt sich der iranische Präsident Massud Peseschkian scheinbar bei den Nachbarn. US-Präsident Donald Trump reagiert mit einer scharfen Drohung. 07.03.2026 Emiratischer Präsident: «Wir befinden uns im Krieg» Rund 200 Raketen und 1.100 Drohnen: Die Emirate stehen im Fokus der iranischen Angriffe. Präsident Mohammed schwört sein Volk auf eine harte Zeit ein.