Oberfranken hat sein gesetzliches Ausbauziel für Windenergie früher erreicht als gefordert. Bei der Sitzung des Regionalen Planungsverbandes Oberfranken-West heute im Bamberger Landratsamt wurde die neue Windkraft-Planung für die Region beschlossen.
Künftig sollen 68 Windkraft-Vorranggebiete ausgewiesen werden. Das entspricht rund 1,82 Prozent der gesamten Fläche – und liegt damit sogar leicht über dem Ziel von 1,8 Prozent bis 2032. Vorgeschrieben sind zunächst 1,1 Prozent bis 2027.
Verbandsvorsitzender und scheidender Landrat Johann Kalb betonte, Oberfranken sei damit „auf der sicheren Seite“. Auch kommende Generationen müssten sich wohl nicht mehr intensiv mit der Ausweisung neuer Flächen beschäftigen.
Der Regionalbeauftragte Harald Frauenknecht spricht im Gespräch mit Radio Bamberg von einer Punktlandung: Man habe sich von Anfang an am 1,8-Prozent-Ziel orientiert – das sei jetzt mit 1,82 Prozent sogar leicht übertroffen worden.
Der Beschluss fiel einstimmig – vorausgegangen waren zwei umfangreiche Beteiligungsverfahren mit mehr als 2.500 Stellungnahmen aus der Bevölkerung und von Trägern öffentlicher Belange.
Für Diskussionen hatten im Vorfeld mehrere geplante Flächen gesorgt: Das umstrittene Gebiet Hirschaid–Altendorf–Seußling wurde nach deutlicher Abstimmung komplett aus der Planung gestrichen. Auch die Fläche Weipelsdorf-Süd entfällt. Weitere Gebiete – etwa bei Wattendorf, Trunstadt oder im Lußberger Forst – wurden verkleinert. Das Gebiet Pinzberg/Effeltrich bleibt hingegen trotz Kritik bestehen.
Die Windkraft-Vorranggebiete spielen eine zentrale Rolle für die Energieversorgung der Region. Mit dem jetzt beschlossenen Regionalplan sieht sich Oberfranken gut aufgestellt, um die Energiewende weiter voranzubringen.