Oberfränkische Firmen sondieren den Rüstungsmarkt

06. Juli 2026 , 10:51 Uhr

Die Auftragsbücher dünner, die Suche nach neuen Märkten dringender: In dieser Lage rückt für viele oberfränkische Unternehmen die Rüstungsbranche in den Blick. Die IHK für Oberfranken Bayreuth greift das Thema bei ihrer Veranstaltung „Transformation im Fokus: Chancen und Herausforderungen in der Rüstungsindustrie“ auf und liefert erste Orientierung.

IHK-Präsident Dr. Michael Waasner betont im IHK-Bildungszentrum Bamberg die hohe Relevanz des Themas für die regionale Wirtschaft: „Angesichts der herausfordernden wirtschaftlichen Lage ist es für Unternehmen überlebenswichtig, neue Geschäftsfelder zu erschließen und sich zukunftsfähig aufzustellen.“ Die Rüstungsindustrie biete hierfür vielfältige Chancen, aber auch spezifische Herausforderungen.

Malte Tiedemann, Fachreferent der IHK für Oberfranken Bayreuth, stellt die vielfältigen Unterstützungsangebote der IHK für Unternehmen im Defence-Bereich vor. Die Kammer veranstaltet Informationstreffen und bringt Unternehmen mit den passenden Ansprechpartnern und Institutionen zusammen. Tiedemann macht aber auch deutlich, dass der Rüstungssektor echte, aber auch sehr begrenzte Chancen biete. Er warnt vor überhöhten Erwartungen.

Götz Witzel, ein auf die Rüstungsindustrie spezialisierter Unternehmensberater der WIMCOM, gibt einen umfassenden Einblick in die aktuellen Entwicklungen und Kooperationsmöglichkeiten im Defence-Sektor. Er zeichnet ein klares Bild: Das Interesse an einem Einstieg in den Defence-Sektor ist groß, auch in den kommenden Jahren ist mit erheblichen staatlichen Investitionen zu rechnen.

Witzel nennt mehrere Punkte, an denen kein Unternehmen vorbeikommt. Betriebe, die sich im Defence-Bereich engagieren möchten, müssen unbedingt eine sorgfältige Marktrecherche betreiben und ihre Produktpalette gezielt auf die Anforderungen des Sektors ausrichten. Witzel: „Interessierte Unternehmen müssen sich mit den branchenspezifischen Regularien vertraut machen und ein belastbares Netzwerk mit persönlichen Ansprechpartnern aufbauen. Ohne ein solches Netzwerk geht es nicht.“ Formate wie Messen und Fachveranstaltungen bieten hierfür ideale Gelegenheiten, um direkt ins Gespräch zu kommen und Kooperationen anzubahnen, macht Witzel deutlich.

Wie sich der Einstieg anfühlt, schildert Dr. Walter Schütz, Geschäftsführer der Bayreuther Future Carbon GmbH. Das Unternehmen entwickelt und produziert Werkstoffe und Systeme auf Basis von Kohlenstoff mit maßgeschneiderten Eigenschaften. Aktuell unternimmt das Unternehmen erste Schritte, um sich im Defence-Bereich zu positionieren. Schütz berichtet offen von den Hürden, die damit verbunden sind. „Entscheidend ist, die vorhandenen Kompetenzen im Bereich der Werkstofftechnik aus neuer Perspektive zu bewerten und für Partner aus der Defensebranche in der Kommunikation entsprechend aufzubereiten“, so Schütz.

 

Eine Erkenntnis bleibt am Ende des Nachmittags: Ohne Austausch und persönliche Kontakte kommt auf diesem Markt niemand weit. Die IHK für Oberfranken Bayreuth wird auch künftig Unternehmen mit gezielten Informationen und Ihrem Netzwerk auf diesem Weg als Lotse unterstützen.

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