Vor dem Oberlandesgericht München muss sich seit heute eine 38-jährige Frau aus Strullendorf im Landkreis Bamberg verantworten. Die Generalstaatsanwaltschaft wirft ihr Mitgliedschaft in der Terrororganisation Islamischer Staat im Ausland sowie die Verletzung ihrer Fürsorge- und Erziehungspflicht vor. Laut Anklage war die gebürtige Bambergerin 2014 mit ihren drei Kindern über die Türkei nach Syrien gereist. Dort schloss sie sich ihrem Mann an, der nach Angaben der Staatsanwaltschaft für den IS kämpfte. Er starb 2015 bei einem Selbstmordattentat. Später heiratete sie erneut einen IS-Angehörigen, der 2018 bei einem Bombenangriff ums Leben kam. 2019 ging sie mit ihren vier Kindern in ein Flüchtlingslager. Im Mai 2025 wurde sie nach Deutschland ausgeflogen und kurz nach der Einreise festgenommen. Die Angeklagte distanziert sich heute vom IS. Vor Gericht sprach sie von Verblendung und entschuldigte bei ihren Kindern. Sie sitzt in Untersuchungshaft und nimmt an einem Deradikalisierungsprogramm teil.