Verkehrspolitik

NRW stellt klar: Bei neuer Ticketform keine Obergrenze

22. Oktober 2026 , 15:58 Uhr

Ein Vorstoß von NRW und Hamburg sah einen »bundesweiten elektronischen Gelegenheitstarif« vor. Der NRW-Verkehrsminister will die Idee weiter verfolgen und präzisiert Angaben.

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) hat klargestellt, dass es bei einem Vorschlag über eine neue digitale Ticketform im Regionalverkehr für Gelegenheitsfahrer keine Preisobergrenze geben soll. «Wir wollen bundesweit natürlich keinen Preisdeckel, das würde das Deutschlandticket konterkarieren», sagte Krischer zum Abschluss der Verkehrsministerkonferenz in Hohenschwangau in Bayern.

Ein Antrag von NRW und Hamburg über die Einführung eines «bundesweiten elektronischen Gelegenheitstarif» war in Hohenschwangau von der Tagesordnung abgesetzt worden. Krischer kündigte an, NRW werde das Thema bei der nächsten Verkehrsministerkonferenz weiterverfolgen. Er sprach von einem entscheidenden Zukunftsthema für den ÖPNV – dass es nicht nur ein Deutschlandticket für die Vielfahrer gebe, sondern auch ein digital bundesweit gültiges Ticket für diejenigen, die gelegentlich den ÖPNV nutzten. 

Krischer hatte am Dienstag gesagt, mit dem Model «eezy.nrw» habe man in Nordrhein-Westfalen gezeigt, wie es funktioniere. Der digitale Tarif wähle immer den günstigsten Preis pro Strecke aus. «Außerdem ist der Monatsbetrag gedeckelt, so dass es nie teurer wird als mit einem Deutschlandticket.»

Diese Aussagen bezogen sich auf «eezy.nrw». Das Deutschlandticket – ein bundesweit gültiges Monatsabo für den öffentlichen Nahverkehr – kostet aktuell 63 Euro. Ab Januar gibt es eine Erhöhung auf 66,80 Euro im Monat.

Klarstellung: Neues Modell soll Deutschlandticket nicht ersetzen 

Dem «Bayerischen Rundfunk» sagte Krischer dazu, dass verstanden wurde, dass der Preisdeckel bundesweit gelten solle: «Wo das Missverständnis wahrscheinlich herkommt, ist, wir haben in NRW eine solche Deckelung, weil natürlich bisher der Tarif nur in Nordrhein-Westfalen gilt. Und um ihn attraktiv zu machen, haben wir gesagt, wir wollen hier denjenigen, die vielleicht mal einen an einem Tag sehr viel fahren, denen die Möglichkeit geben, dass es nicht über den Preis des Deutschlandtickets für einen Monat hinausgeht.»

Bei der Pressekonferenz zum Abschluss der Verkehrsministerkonferenz sagte Krischer: «Das Gelegenheitsticket mit einer Obergrenze zu versehen, würde ja dazu führen, dass Menschen, die dann sehr viel fahren, nur noch über das Gelegenheitsticket fahren und nicht mehr das Deutschlandticket nutzen.» In Nordrhein-Westfalen sein als Markteinführungsphase eine solche Obergrenze eingeführt worden. «Die wird aber von den meisten überhaupt nicht erreicht. Bundesweit würde das überhaupt keinen Sinn machen.» Das sage auch der Antrag nicht. 

Krischer sagte, es gehe darum, dass Menschen, die außerhalb ihres Bundeslandes oder ihrer Stadt unterwegs sind, nicht vor einem Fahrkartenautomaten stehen und sich kompliziert mit irgendwelchen Tarifen beschäftigen müssten – sondern einen einheitlichen, entfernungsabhängigen Tarif nutzen könnten.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

22.10.2026 Länder dringen auf Spritpreisdeckel zum 1. Januar Die Ministerpräsidenten wollen, dass der Bund rasch einen Vorschlag zur Begrenzung der Spritpreise vorlegt. Niedersachsens Regierungschef sieht darin eine Frage der Gerechtigkeit. 22.10.2026 Finanzstreit zu Regionalverkehr - Einschnitte in Fahrplänen? Bei der Verkehrsministerkonferenz geht es wieder einmal vor allem ums Geld. Die Leidtragenden könnten die Fahrgäste sein. 22.10.2026 Länder fordern Tempo bei Stromsteuer und Spritpreisdeckel Die Bezahlbarkeit des täglichen Lebens war zentrales Thema beim Treffen der Länderregierungschefinnen und -chefs. Sie mahnen den Bund bei einigen Vorhaben zur Eile und sprechen von Gerechtigkeit. 21.10.2026 «Deutschlandticket light»: Länder vertagen Vorstoß Wer nur ab und an Bus und Bahn fährt, soll genauso unkompliziert unterwegs sein wie Vielfahrer mit dem D-Ticket: Das ist die Idee von NRW und Hamburg - ein Antrag hat aber zunächst keinen Erfolg.