US-Ansprüche auf Arktisinsel

Nielsen: Grönland lieber Teil Dänemarks als der USA

13. Januar 2026 , 15:51 Uhr

Dänemarks Ministerpräsidentin Frederiksen und Grönlands Regierungschef Nielsen demonstrieren angesichts der US-Ansprüche Einigkeit. Doch der härteste Teil kommt noch, warnt Frederiksen.

Lieber Dänemark als USA: Der grönländische Regierungschef Jens-Frederik Nielsen hat deutlich gemacht, dass Grönland unter keinen Umständen zu den USA gehören will. «Wenn wir zwischen den USA und Dänemark wählen müssen, dann wählen wir Dänemark», sagte Nielsen bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen in Kopenhagen. 

Frederiksen betonte, es sein nicht einfach gewesen, dem «völlig inakzeptablen Druck unserer engsten Verbündeten» standzuhalten. Aber man könne nicht mit Macht Grenzen verschieben und man könne keine Bevölkerung kaufen, betonte sie. Sie warnte jedoch: «Der härteste Teil liegt noch vor uns.» Dafür gebe es derzeit viele Anzeichen.

Der dänische Außenminister Lars Løkke Rasmussen will an diesem Mittwoch in Washington mit US-Vizepräsident JD Vance und US-Außenminister Marco Rubio über die US-Ansprüche auf die zu Dänemark gehörende autonom verwaltete Insel sprechen. An dem Treffen soll auch die für Außenpolitik zuständige grönländische Ministerin Vivian Motzfeldt teilnehmen.

Nielsen: Grönland steht an der Seite Dänemarks

Ob die direkten Gespräche eine Entspannung bringen werden, war zunächst nicht abzusehen. Die Situation sei sehr ernst und der Druck auf die grönländische Bevölkerung äußerst hoch, sagte Nielsen. Aber man stehe an der Seite Dänemarks. Man gehe gemeinsam in die Gespräche und verlasse sie auch gemeinsam wieder.

US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Tagen erneut mit der Annexion Grönlands gedroht und dies mit nationalen Sicherheitsinteressen begründet. Jüngst machte er klar, dass es ihm um den langfristigen Besitz von Grönland geht. «Wir sprechen über Erwerb, nicht über eine Pacht», sagte er. Dänemark und Grönland weisen Trumps Besitzansprüche seit Wochen mit Unterstützung zahlreicher europäischer Partner – darunter Deutschland – vehement zurück.

Quelle: dpa

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