Gewalt gegen Minderjährige

Neue Kinderschutz-Hotline zieht positive Zwischenbilanz

08. August 2026 , 04:12 Uhr

Das bundesweit einmalige Angebot besteht seit einem Monat. Kinder und Jugendliche, aber auch besorgte Erwachsene finden dort Ansprechpartner und Hilfe - bei Mobbing ebenso wie Missbrauch.

Kinder und Jugendliche in Not können sich ebenso wie besorgte Menschen in ihrem Umfeld seit einem Monat an die Kinderschutz-Hotline des Freistaats wenden. Das neue Angebot unter der gebührenfreien Nummer 0800 8888 004 sei auf große Resonanz gestoßen, bilanzierte das Zentrum Bayern Familie und Soziales (ZBFS). 44 Menschen seien im Juli beraten worden. «Der starke Andrang zeigt deutlich, wie groß der Bedarf nach einer zentralen und niedrigschwelligen Anlaufstelle ist, die erst einmal ohne bürokratische Hürden auskommt», betonte ZBFS-Präsident Norbert Kollmer. 

Allerdings meldeten sich zunächst zu jeweils einem Drittel Familienangehörige, das soziale Umfeld wie Freunde oder Nachbarn und als dritte Gruppe Fachberatungsstellen aus der Kinder- und Jugendhilfe. «Es haben wirklich noch wenige Jugendliche angerufen», sagte ein Sprecher der Landesbehörde auf Nachfrage. «Das liegt aber daran, dass die Informationskampagne für die Jugendlichen erst noch startet.» Träger der Jugendhilfe und besorgte Erwachsene im Umfeld gefährdeter Minderjähriger hatten das neue Angebot aber schon mitbekommen oder bei Recherchen im Internet entdeckt. 

Das Zentrum geht daher davon aus, dass die Zahl betroffener Kinder und Jugendlicher, die die Hotline anrufen, nach dem Start der Kampagne in ungefähr zwei Wochen ansteigen wird. Denn das Angebot ist explizit an junge Menschen gerichtet: Ob Ärger mit Eltern oder Freunden, Stress in der Schule, Mobbing oder gar Gewalt oder Missbrauch – die Fachleute hören zu und vermitteln gegebenenfalls an das bestehende Hilfenetzwerk weiter. 

Unter 0800 8888 004 bekommen Kinder und Jugendliche Hilfe

Erreichbar sind sie von Montag bis Donnerstag von 9 bis 12 Uhr und 13 bis 16 Uhr, am Freitag von 9 bis 12 Uhr und mittwochs zusätzlich von 18 bis 20 Uhr. 

Das beim bayerischen Landesjugendamt angesiedelte Angebot ist in dieser Form bundesweit einzigartig. Speziell geschulte Fachkräfte hören dort zunächst einmal in Ruhe zu, bevor sie an einen direkten Ansprechpartner oder weitere Hilfen vor Ort verweisen – etwa in Jugendämtern oder Beratungsstellen. Auch die lokalen Notfallkontakte der bayerischen Jugendämter sind hinterlegt. 

Damit gehen die Leistungen über die seit vielen Jahren etablierte, bundesweite Hotline «Nummer gegen Kummer» hinaus. Doch auch dort bekommen Kinder und Jugendliche in Not unter der Nummer 116 111 schnell und einfach einen Ansprechpartner für ihre Sorgen.

Quelle: dpa

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