Unfälle

Deutscher nach Zugunglück tot - Weiterer Unfall in Thailand

15. Januar 2026 , 12:44 Uhr

Zwei Kranunfälle in 24 Stunden, bei dem ersten Unglück stirbt auch ein Deutscher. Thailands Verkehrsminister ordnet einen sofortigen Stopp für bestimmte Bauprojekte an.

Bei dem schweren Zugunglück in Thailand durch einen Kransturz ist auch ein deutscher Staatsbürger ums Leben gekommen. Das bestätigte das Außenministerium in Bangkok. Es sprach den Angehörigen sein Beileid aus. Weitere Details zur Identität des Deutschen wurden zunächst nicht bekannt. Nur einen Tag nach dem Unglück am Mittwoch mit mindestens 32 Toten und mehr als 60 teilweise Schwerverletzten ist es nahe Bangkok am Donnerstagmorgen (Ortszeit) zu einem ähnlichen Unfall gekommen. 

Zwei Menschen kamen ums Leben und fünf weitere wurden verletzt, als ein Baukran in Samut Sakhon plötzlich auf eine Schnellstraße stürzte. Teile des Stahlgerüsts hätten zwei Autos getroffen, zitierte die Zeitung «Bangkok Post» die Polizei. 

Der Kran sei für den Bau einer Schnellstraßenbrücke eingesetzt worden, hieß es. Die Schnellstraße Rama 2 ist eine Hauptverkehrsader, die Bangkok mit dem Süden des Landes verbindet. Sie wird auch von Urlaubern gern genutzt, um etwa den Badeort Hua Hin zu erreichen. Was das neuerliche Unglück – das zweite in nur 24 Stunden – auslöste, ist bisher unklar.

Es war nicht der erste schwere Unfall auf der vielbefahrenen Strecke, über der gerade eine Express-Hochstraße entsteht: Im März vergangenen Jahres war bereits ein im Bau befindlicher Pfeiler zusammengebrochen und auf die Straße gestürzt. Sechs Menschen – darunter vor allem Arbeiter – kamen ums Leben, viele weitere wurden verletzt.

Suche nach Vermissten abgebrochen

Der Baukran am Mittwoch war in der Provinz Nakhon Ratchasima, etwa 230 Kilometer nordöstlich von Bangkok, auf einen vollbesetzten Zug gestürzt, der daraufhin entgleiste und teilweise Feuer fing. 

Plötzlich sei das Dach des Zuges eingestürzt, zitierte das Portal «Thaiger» die thailändische Ehefrau des deutschen Opfers, die das Unglück überlebte. Ihr Mann sei sofort tot gewesen. Dem Ministerium zufolge kam auch ein Südkoreaner in den Trümmern ums Leben.

Die Suche nach drei als vermisst geltenden Personen sei inzwischen abgebrochen worden, berichteten Medien unter Berufung auf die Einsatzkräfte. Es seien lediglich Leichenfragmente geborgen worden, die zur forensischen Identifizierung eingeschickt worden seien.

Baufirmen vorgeladen

Die Ermittlungen zur Unglücksursache laufen derweil auf Hochtouren. Die Polizei sammle Beweise und habe Vertreter zweier beteiligter Baufirmen zur Vernehmung vorgeladen, betonte die Polizei. Bislang sei aber noch keine Anklage erhoben worden. 

Der riesige Kran war für den Bau einer Eisenbahnbrücke für die thailändisch-chinesische Hochgeschwindigkeitsstrecke (HGV) eingesetzt worden, die Thailand in Zukunft über Laos mit China verbinden soll. Das Projekt ist Teil der riesigen chinesischen Infrastrukturinitiative «Neue Seidenstraße». 

Die Bergung der völlig zerstörten Waggons gestaltete sich weiter als schwierig. Die wichtige Bahnstrecke in Richtung Nordosten von Thailand ist derzeit blockiert. Zahlreiche Züge mussten umgeleitet werden.

Minister ordnet Baustopp an

Thailands Verkehrsminister Phiphat Ratchakitprakarn hat derweil einen sofortigen Baustopp für alle Hochstraßen- und Hochbahnprojekte im Land angeordnet. Die Maßnahme gelte bis zu einer umfassenden Überprüfung der Sicherheitsstandards auf den Baustellen, sagte der Minister in einem Fernsehinterview. Phiphat kündigte für den Nachmittag ein Treffen mit allen beteiligten Bauunternehmen an, um über zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen zu beraten.

Der Präsident des thailändischen Verbands der Bauingenieure, Amorn Pimanmas, verwies auf unterschiedliche Ursachen der beiden Unglücke. Beim Schnellstraßen-Projekt sei der Kran in der Mitte V-förmig gebrochen, was auf fehlerhafte Bolzen oder Mängel bei der Montage hindeute. Beim Unfall auf der Bahnbaustelle habe dagegen die Kranbasis nachgegeben. Beide Vorfälle zeigten jedoch gravierende Defizite bei den Sicherheitsstandards großer Infrastrukturprojekte, die dringend behoben werden müssten.

Quelle: dpa

 

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