Der FC Bayern geht nicht davon aus, wegen des Fan-Vorfalls beim Match gegen Real Madrid im Champions-League-Halbfinale gegen Paris Saint-Germain mit einem Teilausschluss der Zuschauer bestraft zu werden. «Die Sorge ist nicht groß», sagte Sportdirektor Christoph Freund vom deutschen Rekordmeister. «Der Austausch mit der UEFA ist sehr, sehr gut und sehr, sehr eng über eine ganze Saison hinweg.» Die Europäische Fußball-Union hat in der Causa ein Disziplinarverfahren gegen die Münchner eingeleitet.
In der Schlussphase der Partie in der Allianz Arena waren Bayern-Anhänger über den Zaun geklettert und zum Spielfeldrand vorgedrungen. Nach dem 4:3-Siegtreffer in der Nachspielzeit drückten sie im Jubel gegen Fotografinnen und Fotografen, die dort hinter der Werbebande saßen. Auch Bayern-Profi Jamal Musiala sprang in dem Moment überschwänglich in den Pulk, unter dem einige Journalisten eingeklemmt wurden. Laut Polizeiangaben wurden mindestens zwei Frauen und zwei Männer verletzt. Die Münchner Kriminalpolizei ermittelt.
«Es war Chaos und das tut uns auch leid, auch wenn da Journalisten verletzt wurden. Das darf nie passieren und das gehört auch nicht ins Stadion», sagte Freund. Der Verein sei mit den Reporterinnen und Reportern im Austausch.
«Bayern München und auch dieses Stadion stehen für eine richtige Sicherheit, für Familien, die sich wohlfühlen, ja, für außergewöhnliche Fußballstimmung, und dass alles top organisiert immer ist», ergänzte der Sportdirektor. «Aber es war ein außergewöhnlicher Fußballabend mit sehr, sehr vielen Emotionen den ganzen Abend. Und dann ist es sicher ein bisschen übergekocht.»
Nun bleibt abzuwarten, wie die UEFA die Situation bewertet. Die Münchner waren nach wiederholten Pyro-Ausschreitungen der eigenen Anhänger im Dezember 2025 zur Sperre der gesamten Südkurve verurteilt worden. Diese Sanktion wurde zur Bewährung ausgesetzt. Sollte die Strafe nun vollstreckt werden, könnte es sein, dass just im wichtigsten Heimspiel der Saison ein großer Teil der Arena leer bleiben muss. Das für den Einzug ins Endspiel entscheidende Halbfinal-Rückspiel gegen PSG steigt am 6. Mai in München.
Diese Situation werde nach Freunds Einschätzung aber nicht eintreten. «Wir hoffen und gehen davon aus, dass wir dann auch gegen Paris wieder mit einem vollen Stadion ein richtiges Fußballfest feiern können, so wie es sich alle wünschen», sagte er.
Quelle: dpa