Update 11 Uhr:
Die Verteidigung hat zu Beginn des Prozesses eine Erklärung abgegeben. Demnach gibt der Angeklagte zu, die Videos von den sexuellen Handlungen teilweise heimlich gemacht und ohne das Wissen der Frauen ins Netz gestellt zu haben. Das sei ein schwerer, unverzeihlicher Vertrauensbruch. Dafür will sich der Angeklagte auch noch persönlich bei den Opfern entschuldigen. Auch eine Vergewaltigung nach einer Party in der Schweiz räumt er ein. Der Sex mit den anderen Frauen soll aber immer einvernehmlich gewesen sein. Der Angeklagte begründet das mit dem Film Fifty Shades of Grey, der damals zu einer gesellschaftlichen Akzeptanz von Sex mit Dominanz und Unterwerfung geführt habe.
Ursprungsmeldung:
Zuletzt hat er in der Ukraine gekämpft, seit seiner Auslieferung im Frühjahr sitzt er in Untersuchungshaft und ab heute auf der Anklagebank: Ein ehemaliger Bundeswehrsoldat aus dem Landkreis Hof.
Die Zentralstelle Cybercrime Bayern in Bamberg wirft dem Ex-Soldaten vor, zwischen 2015 und 2022 sechs Frauen vergewaltigt zu haben. Zudem hatten die Ermittler in seiner Wohnung verbotene Waffen und Munition gefunden, die teilweise unter das Kriegswaffenkontrollgesetz fallen. In Gang gekommen waren die Ermittlungen, weil US-Behörden den Mann verdächtigten, kinderpornografische Daten zu besitzen. Auch dafür ist er angeklagt. Der 30-Jährige muss sich vor der Jugendkammer verantworten, weil er zu einzelnen mutmaßlichen Taten noch unter 21 war.
Bis Mitte Dezember sind sieben Verhandlungstermine angesetzt.