Fußball

Nach Abstieg: FC St. Pauli trennt sich von Trainer Blessin

04. Juni 2026 , 17:28 Uhr

Nach einigen Wochen des Nachdenkens steht fest: Absteiger FC St. Pauli geht nicht mit Trainer Alexander Blessin in die 2. Fußball-Bundesliga. Den letzten Auftritt gab es ohne Vereinslogo.

Der Neustart des FC St. Pauli in der 2. Fußball-Bundesliga findet ohne Trainer Alexander Blessin statt. 19 Tage nach dem Bundesliga-Abstieg gab der Kiezclub die Trennung von dem 53-Jährigen bekannt. Blessin hatte bei den Hamburgern noch einen Vertrag bis zum Sommer 2027.

Neuer Trainer bei den Kiezkickern soll nach übereinstimmenden Medienberichten Marcel Rapp werden. Der 47-Jährige war von 2021 bis Februar 2026 Trainer von Holstein Kiel. Er führte den Club 2024 in die Bundesliga und durfte auch nach dem direkten Wiederabstieg zunächst bleiben. Als der nächste Abstieg in Liga drei drohte, trennten sich die Kieler von Rapp.

«Alex‘ Qualitäten als Trainer sind unbestritten; wir sind nach unserer Analyse aber zu dem Schluss gekommen, dass eine Trennung und ein frischer Start mit voller Überzeugung in diesem Sommer der richtige Weg sind», sagte Sportchef Andreas Bornemann laut Club-Mitteilung. 

Abstiegskampf hat Blessin Kraft gekostet

Zwei Tage nach dem Saisonende Mitte Mai hatte Blessin nicht ausgeschlossen, mit dem Verein die neue Spielzeit anzugehen. «Daran zu arbeiten, das wiedergutzumachen, ist auf jeden Fall eine Option», hatte er bei einer Medienrunde gemeinsam mit Präsident Oke Göttlich und Bornemann gesagt. Auffällig war bei der Runde, dass Blessin mit Privatkleidung dabei war. Letztlich sollte es auch sein letzter Auftritt als St. Pauli-Trainer sein.

Die Trennung hatte sich zuletzt dann angekündigt. Die Tatsache, dass sich der Coach fast drei Wochen nach dem Abstieg immer noch nicht zu einem Bekenntnis zum FC St. Pauli durchringen konnte, ließ bei den Verantwortlichen offenbar die Zweifel wachsen. 

Der Schwabe hatte in den vergangenen Wochen immer wieder betont, dass ihn der am Ende erfolglose Abstiegskampf viel Kraft gekostet hat. Nach dem entscheidenden 1:3 gegen den VfL Wolfsburg im Saisonfinale wirkte er erschöpft und niedergeschlagen. 

Als belgischer Pokalsieger gekommen

Blessin war nach der Bundesliga-Rückkehr des Kiezclubs vor zwei Jahren als Nachfolger von Aufstiegstrainer Fabian Hürzeler gekommen. In der Bundesliga war er weitgehend unbekannt. In der Saison zuvor hatte er mit Union Saint-Gilloise den belgischen Pokal gewonnen.

Blessin gelang es, die Mannschaft trotz der finanziell limitierten Mittel des Clubs in der Liga zu halten. Basis dafür waren eine starke Defensive und die mannschaftliche Geschlossenheit. In dieser Spielzeit war davon viel verloren gegangen.

Göttlich und Bornemann hielten immer zu Blessin

Die Abwehr wirkte unsicher, der Angriff war der harmloseste der Liga. Stammkräfte wie Abwehrchef Hauke Wahl, Kapitän Jackson Irvine oder Eric Smith konnten aus unterschiedlichen Gründen nicht an die Form des Vorjahres anknüpfen. Neuzugänge wie Rekordeinkauf Martijn Kaars erfüllten die Erwartungen nicht.

In der Hinrunde erlebten die Hamburger eine Serie von neun Niederlagen, in den letzten zehn Saisonspielen holten sie nur noch drei Punkte. Dennoch hielten Göttlich und Bornemann an Blessin fest. Der Trainer betonte, er wisse das Vertrauen zu schätzen.

Auch nach dem Abstieg versuchte das Führungsduo den Eindruck zu vermitteln, mit dem Trainer weitermachen zu wollen und die Entscheidung über eine Fortsetzung der Zusammenarbeit liege allein bei Blessin. 

Der FC St. Pauli wird am 26. Juni in die Vorbereitung auf die 2. Bundesliga starten. In Rapp scheint Bornemann einen Trainer gefunden haben. Eine Mannschaft müssen er und der neue Übungsleiter noch zusammenstellen.

Quelle: dpa

 

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