60. Verhandlungstag

Mutmaßlicher Entführer: Feierte Rückkehr der Block-Kinder

29. Juni 2026 , 11:32 Uhr

Im Block-Prozess sagt ein Zeuge aus Israel per Video aus, der bei der Entführung Neujahr 2024 eines der Tatfahrzeuge gelenkt haben soll. Er schildert dem Gericht, was ihn damals bewegte.

Ein 42-Jähriger, der bei der gewaltsamen Rückholung der Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 einer der Fahrer gewesen sein soll, hat als Zeuge seine Gefühle nach der Tat geschildert. «Man hat uns gesagt, es geht darum, die Kinder zu retten», sagte der Israeli per Videovernehmung des Landgerichts Hamburg. Er habe geglaubt, die Aktion, die Kinder vom «grausamen Vater» in Dänemark wieder zur Mutter Christina Block in Deutschland zu bringen, sei legal. Die Kinder hätten in dem Wagen gesessen, den er gesteuert habe.

Der damals zehn Jahre alte Junge und seine 13-jährige Schwester seien in Süddeutschland der Mutter übergeben worden, berichtete der Mann, der in Israel nach eigenen Angaben Projektmanager ist, laut Übersetzung. Er sei dann zurück in seine Heimat geflogen. Im Flugzeug habe er eine Flasche Wein bestellt, um zu feiern, dass die Kinder gerettet seien. «Das Gefühl war sehr gut.» Erst ein Jahr später habe er erfahren, dass alles anders gewesen sei, als es ihnen erklärt worden sei. 

Christina Block bestreitet Anklagevorwürfe

Die Hamburger Unternehmerin Christina Block ist angeklagt, nach einem langen Sorgerechtsstreit mit ihrem Ex-Mann eine israelische Sicherheitsfirma damit beauftragt zu haben, ihre beiden jüngsten Kinder zu entführen. Die Tochter des Gründers der Steakhaus-Kette «Block House», Eugen Block, beteuert ihre Unschuld. Es gibt noch sechs weitere Angeklagte.

Die Kinder waren beim Beobachten des Silvesterfeuerwerks in einen Wagen gezerrt und nach Deutschland gebracht worden. Es gab laut Anklage Gegenwehr des Vaters und der Kinder – darauf ging der Zeuge in seiner Aussage nicht ein. Er und weitere Beschuldigte aus Israel hatten sich mitten im laufenden Prozess gemeldet. Sie müssen zu einem späteren Zeitpunkt ebenfalls mit einer Anklage und einem Prozess rechnen.

Quelle: dpa

 

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