Prozesse

Mordangeklagter schweigt - Tochter entdeckte tote Mutter

02. Februar 2026 , 12:38 Uhr

Im Prozess um den Mord an einer dreifachen Mutter sagt der Angeklagte nichts. Sein mögliches Motiv gibt Rätsel auf. Die kleine Tochter entdeckte die tote Mutter und alarmierte die Polizei.

Im Prozess um das Gewaltverbrechen an einer dreifachen Mutter in Augsburg hat sich der Angeklagte zu den Vorwürfen nicht geäußert. Der 29-Jährige soll die Frau in deren Wohnung mit vier Kopfschüssen umgebracht haben, er ist wegen Mordes angeklagt.

«Er wird keine Angaben machen», sagte Verteidiger Jörg Seubert zu Beginn des Prozesses. Eventuell werde sich der Angeklagte später in dem Verfahren äußern.

Der Mann soll am 19. Mai des vergangenen Jahres spätabends heimlich in die Wohnung der 30-Jährigen eingedrungen sein und die Mutter erschossen haben. Die Frau hatte drei kleine Kinder. Ein Sohn und eine Tochter waren während der Tat in dem Haus und mussten das schreckliche Geschehen miterleben. Die Tochter fand die blutüberströmte Mutter und alarmierte über eine Verwandte die Polizei.

Angeklagter soll keine enge Beziehung zum Opfer gehabt haben

Auslöser der Tat soll gewesen sein, dass sich die Frau von dem Ziehvater des Angeklagten wenige Wochen vorher getrennt hatte und der 29-Jährige dies quasi rächen wollte. Dabei soll der beschuldigte Deutsche selbst gar keine enge Beziehung zu der Frau gehabt haben.

Nach Angaben nach Staatsanwalt war der Ziehvater des Angeklagten jahrelang mit der Mutter des Beschuldigten liiert. In dieser Zeit habe der Ziehvater den heute 29-Jährigen mit groß gezogen. Nach dem Ende dieser Beziehung soll der Ziehvater dann etwa fünf Jahre lang mit der später getöteten Frau zusammen gewesen sein. In dieser Zeit kamen eine Tochter und ein Sohn zur Welt, die Frau hatte zudem aus einer früheren Beziehung eine etwas ältere Tochter.

Das Verhältnis zwischen dem Ziehvater und dem Angeklagten soll über die Jahre hinweg immer nah gewesen sein. Nach Angaben der Ermittler hatte sich die 30-Jährige im vergangenen April im Streit von dem Ziehvater getrennt, nachdem die Partnerschaft bereits von der «Kontroll- und Eifersucht» des Mannes geprägt gewesen sei. Danach soll der Ziehvater den Angeklagten wie einen Detektiv auf die Frau angesetzt haben, um sie auszuspionieren.

Der Angeklagte soll dafür einen regelrechten Beobachtungsposten bei Altglascontainern in der Nähe des Wohnhauses der Frau gehabt haben. Außerdem soll er sogar extra von Landsberg am Lech, wo er eigentlich lebte, nach Augsburg in die Nähe der Frau gezogen sein. Beide Männer hatten laut Staatsanwaltschaft immer wieder auf die 30-Jährige eingeredet, dass diese die Beziehung zu dem Ziehvater fortsetzt – ohne Erfolg.

Am Tattag soll er gegen 23.40 Uhr in die Wohnung der bereits schlafenden Frau eingedrungen sein. Die Haustüre soll auch ohne Schlüssel zu öffnen gewesen sein, denn der Ziehvater hatte nach den Angaben der Staatsanwaltschaft die Tür bei einem früheren Streit beschädigt. In der Wohnung soll die 30-Jährige erwacht und den Eindringling zur Rede gestellt haben – dann sollen die tödlichen Schüsse gefallen sein.

Polizei findet mutmaßliche Tatwaffe in einem Bach

Bereits kurz nach der Tat wurde der Mann festgenommen, zunächst aber wieder freigelassen. Nach neun Tagen kam der Verdächtige dann aufgrund neuer Ermittlungsergebnisse in Untersuchungshaft, zudem wurde die mutmaßliche Tatwaffe in einem Bach sichergestellt. Die Pistole soll der Mann auf der Flucht vom Tatort weggeworfen haben.

Die Strafkammer geht von einem komplexen und langwierigen Verfahren aus. Das Gericht hat 20 weitere Verhandlungstage geplant, ein Urteil soll erst Mitte Juni fallen.

Quelle: dpa

 

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