In Bayern steigt die Zahl der Pflegebedürftigen stetig – bis 2050 könnten es über 800.000 Menschen sein. In Bamberg soll das neue Modellprojekt „Care im Quartier“ zeigen, wie Pflege künftig wohnortnah, menschlich und alltagsnah funktionieren kann.
Pflegebedürftige, Angehörige, Nachbarn, Ehrenamtliche und Fachkräfte sollen direkt im Stadtteil vernetzt werden – damit Unterstützung dort ankommt, wo sie gebraucht wird. Zum offiziellen Start hat Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach gestern in Bamberg eine Fördertafel über 1,3 Millionen Euro für die kommenden drei Jahre übergeben. „Ich finde es großartig, dass Bamberg da den ersten Schritt geht. Wir brauchen Gemeinschaft, Quartiersgedanken und das Gefühl: Ich bin nicht allein“, so Ministerin Gerlach.
Auch Bambergs Zweiter Bürgermeister Jonas Glüsenkamp sieht das Projekt als echten Fortschritt: „Dass einfache Tätigkeiten wie Nachbarn helfen oder ein Pflaster wechseln möglich sind – nicht rein ehrenamtlich, sondern auch mit einer kleinen Vergütung – das entlastet unser Pflegesystem.“ Mit dabei sind unter anderem die AWO, Caritas und die Sozialstiftung Bamberg, die über die bestehenden Quartiersbüros Ansprechpartner in den Stadtteilen bieten.
Wer mitmachen möchte – ob als Helfer oder Betroffener – kann sich direkt an die Quartiersbüros wenden. Glüsenkamp: „Einfach auf der Website der Stadt Bamberg ‚Quartiersbüros‘ eingeben – dort findet man alle Infos. Und gerne dazusagen: Ich hab’s bei Radio Bamberg gehört.“ Mit dem Projekt geht Bamberg laut Ministerin Gerlach eine Vorreiterrolle für ganz Bayern ein – auch wegen Einrichtungen wie dem Demenz-Kompetenzzentrum oder dem Kinder- und Jugendhospiz. Ziel ist es, nicht nur Pflege zu sichern, sondern auch den menschlichen Zusammenhalt zu stärken.