Schwimmkurse

Mitgliederrekord bei DLRG – Kritik an maroden Bädern

17. Februar 2026 , 05:00 Uhr

Die DLRG in Bayern verzeichnet so viele Mitglieder wie nie zuvor. Doch eine Sache bereitet dem Verband weiterhin Sorgen.

Nach einem Mitgliederrekord im Jahr 2024 hat die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) nun erneut zugelegt. Ende 2025 gab es in Bayern genau 41.539 Mitglieder, wie der Verband mitteilte. Das waren fast 2.500 mehr als im Jahr zuvor. Fast 60 Prozent seien junge Menschen bis 26 Jahre.

«Wir sehen darin ein starkes Signal für das wachsende Bewusstsein der Bevölkerung für die Bedeutung von Schwimmfähigkeit und Wasserrettung», sagte Bayerns DLRG-Sprecher Andreas Rösch. «Zudem engagieren sich viele Menschen ehrenamtlich, weil sie die gesellschaftliche Relevanz unserer Arbeit erkennen – von der Schwimmausbildung über den Wasserrettungsdienst bis hin zum Bevölkerungs- und Katastrophenschutz.» 

Bayern im Bundestrend

Damit liegt der Landesverband im Bundestrend. In ganz Deutschland gehörten Ende Dezember mehr als 642.000 Menschen der DLRG an, fast 15.000 mehr als Ende 2024. «Mit Ausnahme der Zeit während der Corona-Pandemie hält dieser positive Trend bereits seit Jahren an», kommentierte DLRG-Präsidentin Ute Vogt die Zahlen. Knapp die Hälfte der Mitglieder sei 18 Jahre und jünger. 

Marode Bäderlandschaft

Unzufrieden ist man bei der privaten Wasserrettungsorganisation allerdings mit der Situation bei Schwimmbädern. Viele Kommunen hätten nicht genug Geld für teure Sanierungen oder es fehle schlicht an Wasserflächen, auch für Schwimmkurse. «Die marode Bäderlandschaft hängt wie ein Damoklesschwert über der Schwimmausbildung – und auch der Rettungsschwimmausbildung», erklärte DLRG-Präsidentin Vogt.

Rückstand bis heute nicht aufgeholt 

Das ist auch in Bayern zu spüren: «Viele Bäder sind ausgelastet, einige sanierungsbedürftig oder stehen zeitweise nicht zur Verfügung», erläuterte Landesverbandssprecher Rösch. Die Nachfrage nach Kursen übersteige das Angebot deutlich, vor allem im Anfängerbereich. Die DLRG arbeite mit großem Engagement, stoße aber vielerorts an Kapazitätsgrenzen.

Rösch verweist auf die Folgen: «Für die Schwimmfähigkeit von Kindern bedeutet das: Wir sehen nach wie vor einen erheblichen Nachholbedarf.» Die Corona-Pandemie habe die Situation zusätzlich verschärft. «Und der Rückstand ist bis heute nicht vollständig aufgeholt.»

Der Landesverband fordert deshalb mehr Wasserflächen, vor allem für gemeinnützige Organisationen wie etwa die DLRG, aber auch mehr Investitionen in die Infrastruktur. Sanierungsstaus müssten abgebaut und Schließungen von Bädern vermieden werden. Gemeinden sollten auch zusammenarbeiten, um Einrichtungen zu erhalten.

Quelle: dpa

 

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