Mit der Kamera in die Wildnis: Neue Biografie über Heinz Sielmann

01. Oktober 2026 , 04:32 Uhr

Ein Gorilla taucht aus dem Dickicht auf. Die Kamera bleibt ganz nah dran. Und wir halten auf dem Sofa kurz die Luft an. Solche Fernsehmomente verbinden viele mit Heinz Sielmann und seinen „Expeditionen ins Tierreich“. Mit seinen Filmen brachte Sielmann ab den 60er Jahren atemberaubende Aufnahmen aus der Tierwelt in die deutschen Wohnzimmer. Vor 20 Jahren ist Heinz Sielmann gestorben. Eine neue Biografie erzählt jetzt von den abenteuerlichen Expeditionen hinter seinen Bildern.

“Für schöne Aufnahmen hat er alles riskiert”

Heinz Sielmann wollte Tiere nicht einfach nur zeigen. Er wollte Bilder einfangen, die sein Publikum so noch nie gesehen hatte. Dafür reiste er zu Berggorillas in die Urwälder des heutigen Kongo. In den Gebirgswäldern Papua-Neuguineas filmte er die spektakuläre Balz der Paradiesvögel. Wie aufwendig solche Aufnahmen damals in den 50er/60er Jahren waren, zeigt die neue Sielmann-Biografie „Abenteuer Naturfilm“. Autor Michael Sutor erzählt: “Damals war Reisen ein Abenteuer. Man wusste nicht, was einen vor Ort erwartet. Allein das dort Hinkommen. Bei jeder einzelnen Expedition ging’s immer bis ans Limit. Für schöne Aufnahmen hat er alles riskiert.”

Naturfilm-Pionier: Sielmann konnte Geschichten erzählen

So entstanden Bilder, die für viele Fernsehzuschauer in den 60er Jahren neu waren. Heinz Sielmann erkannte früh, welches Potential im damals noch jungen Fernsehen steckte, erklärt Michael Sutor: “Explizit kann man sagen, dass Sielmann die Fähigkeit besaß, Geschichten zu erzählen. Es reicht nicht nur, sich vor eine Tierart zu setzen und sie in ganz bestimmten Verhalten zu filmen, sondern man versucht es in einen erzählerischen Kontext zu setzen und das hat Sielmann ganz hervorragend gewusst und verstanden, schon sehr früh verstanden.”

Zunächst in Schwarz-Weiß, später in Farbe. 26 Jahre lang ist Sielmann das Gesicht von „Expeditionen ins Tierreich“. Seine Filme brachten die Zuschauerinnen und Zuschauer zum Staunen über Tiere und Natur. Ihre Wirkung ging aber auch darüber hinaus, wie Michael Sutor unterstreicht: “Viele, viele Menschen liebten seine Filme, haben sie angeguckt. Für viele war das auch der Startschuss, den Naturschutzaspekt in den Fokus zu nehmen und das haben sehr viele dann auch gemacht.”

Ein Beitrag erstellt in Zusammenarbeit mit der Heinz Sielmann Stiftung

Weiterführende Informationen

finden Sie unter sielmann-stiftung.de

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