Flugbereitschaft

Ministerium: Regierungsflieger mit 700 Leerflügen

19. Februar 2026 , 06:00 Uhr

Bei offiziellen Amtsgeschäften dürfen die Regierenden nötigenfalls Maschinen der Bundeswehr nutzen. Das provoziert immer wieder Kritik. Diesmal hat die Linke nachgefragt.

Die Flugbereitschaft der Bundeswehr war nach offiziellen Angaben zuletzt häufiger ohne als mit Regierungsvertretern in der Luft. Auf eine Anfrage der Linken meldet das Verteidigungsministerium für 2025 von Mai bis Jahresende 488 Flüge mit Kabinettsmitgliedern oder dem Bundespräsidenten. Daneben listet es 700 «Bereitstellungsflüge». Die Antwort des Ministeriums liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Von einem Bereitstellungsflug ist zum Beispiel die Rede, wenn die Flugbereitschaft von ihrem Stützpunkt in Köln zu dem Ort fliegt, wo die offiziellen Gäste sie brauchen. Kritik an diesen sogenannten Leerflügen konterte das Verteidigungsministerium in der Vergangenheit damit, dass sie gezielt für Aus- und Weiterbildung genutzt würden.

Bundeskanzler und Bundespräsident vorn

Der Linken-Abgeordnete Dietmar Bartsch hatte nach Flügen des Bundeskanzlers sowie der Ministerinnen und Minister im Zeitraum ab dem 6. Mai 2025 gefragt, als die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz (CDU) ins Amt gekommen war.

Das Bundeskanzleramt liegt in der Liste des Verteidigungsministeriums mit 106 Flügen vorn, gefolgt vom Auswärtigen Amt mit 96 und dem Bundespräsidialamt mit 66 Flügen. Am wenigsten nutzte das Landwirtschaftsministerium die Flugbereitschaft: mit zwei Flügen.

Bartsch mahnte zur sparsameren Nutzung der Flugbereitschaft. «Dass die Bundesregierung im Schnitt mehr als einmal täglich die VIP-Flüge der Bundeswehr nutzt, ist in diesem Ausmaß nicht akzeptabel», meinte der frühere Linken-Fraktionschef. «Die Nutzung ist ein Privileg, mit dem sorgsam und sparsam umgegangen werden sollte.» Stattdessen sollten häufiger Linienflüge oder die Bahn genutzt werden. 

«Kaum zu vermitteln»

«Kaum zu vermitteln ist, dass rund 500 Flügen mit Passagieren 700 ‚Leerflüge‘ gegenüberstehen», fügte Bartsch hinzu. Er nannte es einen «teuren Konstruktionsfehler», dass die Flugbereitschaft in Köln stationiert sei, während die Bundeshauptstadt seit mehr als 30 Jahren Berlin sei.

Quelle: dpa

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