Urteil nach Mordversuch

Messerangriff in Ulm - Gericht ordnet Psychiatrie an

12. August 2026 , 16:18 Uhr

Nach dem Messerangriff in einem Ulmer Elektrofachmarkt ordnet das Gericht die Unterbringung eines 30-Jährigen in der Psychiatrie an. Das Motiv für die Tat bleibt unklar.

Ein 30 Jahre alter Mann ist wegen eines Messerangriffs auf drei Beschäftigte eines Ulmer Elektrofachmarktes und zwei Polizisten vom Vorwurf des Mordes freigesprochen worden. Grund ist seine schwere psychische Erkrankung. Das Ulmer Landgericht verhängte jedoch seine Unterbringung in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung «auf unbestimmte Zeit». Die Kammer sah es als erwiesen an, dass der Mann unter einer schweren Schizophrenie leidet. «Es gibt keine Hinweise auf einen politischen oder religiösen Grund», betonte der Vorsitzende Richter Wolfgang Tresenreiter.

Nach Überzeugung des Gerichts hatte der Eritreer Mitte Januar einen 25-jährigen Angestellten des Elektrofachmarkts niedergestochen. Zwei Kollegen konnten den Angreifer nur mit Mühe von weiteren Attacken abhalten, wurden dabei aber ebenfalls mit dem Messer angegriffen. Der Angeklagte verließ das Geschäft, wurde aber in der Nähe von zwei Polizisten gestellt. Als er das Messer nicht niederlegen wollte und stattdessen auf die Beamten losging, schossen diese auf ihn.

Kein erkennbares Motiv 

Der 25-jährige Angestellte erlitt schwere Stichverletzungen und musste mehrfach notoperiert werden. Seine beiden Kollegen kamen mit leichteren Schnittverletzungen davon. Täter und Opfer kannten sich nicht. Warum der 25-Jährige angegriffen wurde, «ist nicht erklärbar. Wir haben kein Motiv», sagte Tresenreiter. Der Angeklagte hatte über seinen Anwalt «Wut, Frust und Verzweiflung» als Grund nennen lassen.

Der 30-Jährige ist vorbestraft und war erst kurz zuvor aus dem Gefängnis entlassen worden. Eine Abschiebung in sein Heimatland hätte bereits 2023 erfolgen sollen. Sie scheiterte daran, dass die Behörden vor Ort nicht kooperieren wollten. Der Fall hatte in Ulm für großes Aufsehen und Betroffenheit gesorgt.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

12.08.2026 Attacke in Ulm - Täter wegen Schizophrenie schuldunfähig Er sticht in einem Elektrofachmarkt auf einen Mitarbeiter ein, verletzt ihn lebensgefährlich und geht dann auf Polizisten los. Nun ist der Eritreer freigesprochen worden – doch frei kommt er nicht. 12.08.2026 15 Messerstiche im Elektrofachmarkt - Urteil erwartet Der Fall hatte für großes Aufsehen gesorgt. Ein 30-Jähriger soll einen Angestellten mit 15 Messerstichen schwer verletzt haben. Heute wird das Urteil erwartet. 11.08.2026 Tod einer Seglerin: Mann bekommt Haft- und Bewährungsstrafe Auf dem Bodensee prallt ein Motorboot trotz klarer Sicht ungebremst gegen ein Segelboot. Eine 57-jährige Deutsche stirbt. Der Unglücksfahrer musste sich in einem Mordprozess verantworten. 06.08.2026 «Bärendienst für Muslime» – lebenslang nach Auto-Anschlag Der 25-Jährige wollte nach Überzeugung des Gerichts ein besonders guter Muslim sein und Allah gefallen. Wie der Staatsschutzsenat dieses Motiv bewertet – und was die Angehörigen der Toten dazu sagen.