Fußball-Regeln

Mehr Macht für Video-Referees: Auch Ecken auf Prüfstand

20. Januar 2026 , 20:09 Uhr

Videoschiedsrichter könnten bald auch Eckbälle und Gelb-Rote Karten überprüfen. Was die Regelhüter planen und warum das auch für die Fußball-WM interessant ist.

Die Fußball-Regelhüter haben den nächsten Schritt zu neuen Befugnissen für die Videoschiedsrichter gemacht. So sollen künftig auch bei eindeutig falschen Eckball-Entscheidungen und bei faktisch zu Unrecht gegebenen Gelben Karten, die als zweite Verwarnung zu Gelb-Roten Karten führen, die Referees an den Bildschirmen eine Überprüfung starten können. Auch dem falschen Team zugeordnete Gelbe und Rote Karten sollen korrigiert werden können.

Bedingung ist, dass durch die Kontrolle gerade bei der Eckballüberprüfung das Spiel nicht verzögert wird. Auch wird es den Verbänden freigestellt, diese Neuerung einzuführen. Das beschloss das International Football Association Board (Ifab) bei seinem jährlichen Geschäftstreffen in London.

Einführung bei der WM und in der Bundesliga möglich

Die Änderungen sind allerdings noch nicht rechtskräftig und müssen durch die Generalversammlung des Ifab am 28. Februar in Hensol in Wales bestätigt werden. Anschließend treten Regeländerungen meist zum 1. Juni in Kraft. Bei der WM im Sommer in den USA, Mexiko und Kanada könnten die Videoreferees schon mit den neuen Aufgaben betraut sein. In der Bundesliga wären die Neuerungen dann ab der kommenden Saison möglich. 

Weiterhin legten die Regelhüter den Fokus auf Neuerungen, die für eine Beschleunigung des Spiels sorgen sollen. Bei Einwürfen und Torabstößen soll künftig die Acht-Sekunden-Regel, die bereits bei der Ballkontrolle der Torhüter in den Händen Anwendung findet, gelten. Der Schiedsrichter zeigt dabei mit den Fingern einen Countdown an. 

Zudem müssen Spieler bei Auswechslungen innerhalb von zehn Sekunden den Platz verlassen. Die Zeitspanne, die auf dem Platz behandelte, verletzte Spieler anschließend außerhalb des Feldes verbindlich warten müssen, soll noch festgelegt werden. 

Hierbei handelt es sich durchweg um Vorschläge an die Generalversammlung, eine Umsetzung ist aber wahrscheinlich, zumal die Vorschläge schon von der Technischen Kommission des Ifab im Herbst letzten Jahres gemacht wurden.

Das IFAB legt alle Regeln des Weltfußballs fest. Ihm gehören vier Vertreter der FIFA, inklusive Präsident Gianni Infantino, und je ein Vertreter der nationalen Verbände aus England, Schottland, Wales und Nordirland an.

Quelle: dpa

 

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