Angler entdeckt Auto

Manta-Wrack aus der Donau zieht Besucher in Neu-Ulm an

24. August 2026 , 06:19 Uhr

Vermutlich mehr als 50 Jahre lang lag ein Opel Manta im Schlamm der Donau. Nun zieht das morbide Ausstellungsstück in Neu-Ulm viele Neugierige an. Wem der Wagen gehört, ist offen.

Nahezu überall ist Rost und Schlamm, das demolierte Dach liegt auf den Sitzen, die breiten Reifen sind platt: Der Opel Manta, der mutmaßlich mehr als 50 Jahre in der Donau lag, ist in einem erbärmlichen Zustand. Und das wird wohl auch so bleiben, wie Geschäftsführer Peter Wirsching erzählt, der den legendären Kultwagen derzeit auf dem Gelände der Oldtimerfabrik in Neu-Ulm ausstellt. «Was der Regen wegwäscht, darf weg, aber der Rest ist wirklich morbides Kunstwerk im weitesten Sinne.» Probesitzen sei nicht mehr möglich, anschauen schon. 

Angebliche Goldsucher

«Wir haben jeden Tag 50 bis 100 Leute, die kommen, stehen und schauen», sagt Wirsching, der den Wagen – seinen Angaben nach ist es ein Manta A – seit dem Fund ausstellen darf. Einmal hätten Besucher allerdings die Reifen aufgeschlitzt auf der Suche nach Gold, wie sie sagten. «Der Manta regt die Fantasie an.» Zuvor hatten Medien berichtet.

Fünf Meter tief im Fluss

Ende Mai hatte ein Angler in Elchingen (Landkreis Neu-Ulm) das Fahrzeug in der Donau entdeckt. Feuerwehr, Wasserwacht und Technisches Hilfswerk rückten an. Taucher lokalisierten den Wagen in rund fünf Metern Tiefe. Mit einem Kran wurde er aus dem Wasser gehoben. Mehr als 50 Einsatzkräfte waren über sieben Stunden lang mit dem Oldtimer beschäftigt. 

Mittlerweile hat der Regen einen Teil des Donau-Schlammes weggespült und die Wagenfarbe freigegeben – der Sportwagen ist in ikonischem Gelb lackiert, Baujahr wahrscheinlich um 1970. 

Manta heute noch Kult

Das sportlich geschnittene Coupé hatte in den 70er und 80er Jahren eine große Fangemeinde. Vor allem der Manta B wurde zum bevorzugten Objekt von Tunern und Bastlern, die den oft tiefergelegten Wagen unter anderem mit einem Fuchsschwanz schmückten. 

Manta-Fahrer wurden mit einer bestimmten, oft klischeehaft dargestellten Jugend- und Arbeiterkultur verbunden – inklusive Blondine auf dem Beifahrersitz. Zeitschriften, Witze und später der Film «Manta, Manta» machten aus dem Auto eine Figur der Popkultur. Gut erhaltene Exemplare sind begehrte Oldtimer.

Besitzer unbekannt

Wem das Wrack aus der Donau gehört, ist bisher nicht geklärt. Nach Polizeiangaben sagte eine Zeugin, der Wagen sei ihrem damaligen Ehemann 1972 gestohlen worden. Unklar bleibt, wie das Fahrzeug in den Fluss kam. Der Ex-Mann der Frau zog in den 70er Jahren zurück in die USA, er konnte zunächst nicht gefunden werden.

Ohnehin könnte der Besitzer mit dem Manta nicht mehr fahren: «Der ist hinüber», erklärt Wirsching. Seinen Worten nach besteht der Finder des Wagens nicht darauf, den Manta behalten zu dürfen. «Er hat gesagt, er würde ihn gerne der Oldtimerfabrik überlassen.»

Quelle: dpa

 

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