Zwei Tote

Mailänder Tram-Unglück – Fahrer fühlte sich vor Crash unwohl

28. Februar 2026 , 10:38 Uhr

Zwei Tote, mehr als 50 Verletzte: Das ist die Bilanz, nachdem mitten in der italienischen Olympiastadt eine Straßenbahn entgleist. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Nach dem Straßenbahn-Unglück mit zwei Todesopfern in Mailand deutet vieles auf einen Schwächeanfall des Fahrers hin. Beim Verhör durch die Polizei gab der 61 Jahre alte Mann nach italienischen Medienberichten an, sich unwohl gefühlt zu haben. 

Unmittelbar vor dem Unglück am Freitagnachmittag im Zentrum der norditalienischen Großstadt hatte er eine Haltestelle missachtet. Dann raste die Tram mit hoher Geschwindigkeit auf ein Gebäude. Fast wäre sie dabei noch umgestürzt.

Bei den Todesopfern handelt es sich nach Angaben der Behörden um einen 59 Jahre alten Italiener sowie einen 56 Jahre alten Mann aus dem Senegal, der bereits seit längerer Zeit in Italien lebte. Beide saßen als Passagiere in der Straßenbahn. Nach neuesten Angaben wurden mehr als 50 Menschen verletzt, die meisten davon ebenfalls Passagiere. In Mailand waren erst am vergangenen Wochenende die Olympischen Winterspiele zu Ende gegangen.

Fahrer: «Ich habe mich unwohl gefühlt»

Die Staatsanwaltschaft ermittelt jetzt wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung. Dem Fahrer, der ebenfalls verletzt ist, wurde eine Blutprobe entnommen. 

Die Tram soll erst seit wenigen Monaten im Einsatz gewesen sein. Geklärt werden muss auch, ob das eingebaute Sicherheitssystem nicht funktionierte: Normalerweise kommen solche modernen Modelle automatisch zum Stehen, wenn der Fahrer nicht in regelmäßigen Abständen einen Knopf betätigt.

Die voll besetzte Straßenbahn der Linie 9 war gegen 16.00 Uhr an einer Kreuzung entgleist und gegen ein Gebäude geprallt. Sie kam erst im Eingangsbereich eines Restaurants zum Stehen. Auf einem Video ist zu sehen, wie sie kurz zuvor beängstigend hin und her schwankt. Mehrere italienische Zeitungen zitieren den Fahrer mit den Worten: «Ich habe mich unwohl gefühlt.» Der Mann ist bereits seit mehr als 30 Jahren bei den Verkehrsbetrieben beschäftigt.

Quelle: dpa

 

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