Hoffnung auf Wachstum

Lufthansa baut München aus - Milliardenbau und neue Jets

22. Juli 2026 , 14:54 Uhr

Die Lufthansa plant Größeres in München: Die Nummer zwei der deutschen Flughäfen soll mit einem milliardenteuren Ausbau international an Bedeutung gewinnen.

Ungeachtet aller Krisen und Konflikte wollen die Lufthansa und der Flughafen München die internationale Bedeutung des zweitgrößten deutschen Airports mit einem Milliardenprojekt steigern. Der angekündigte Ausbau des zweiten Terminals für bis zu zehn Millionen zusätzliche Passagiere geht nun in die konkrete Planung. Das kündigten Flughafenchef Jost Lammers und Lufthansa-Drehkreuzmanager Heiko Reitz an.

Die Fluggesellschaft will demnach mindestens zehn neue Langstreckenflugzeuge in München stationieren und nach der für 2035 geplanten Eröffnung des Zusatzbaus von München aus eine ganze Reihe weiterer Ziele in Übersee anfliegen. Der von den Umlandgemeinden abgelehnte Bau einer dritten Startbahn ist dafür nach Lammers‘ Worten nicht notwendig.

«T-Stiel» allein soll so viele Fluggäste abfertigen wie Stuttgart

Flughafen und Lufthansa betreiben das zweite Terminal gemeinsam und wollen den geplanten 550 Meter langen Ausbau auch über ihr Gemeinschaftsunternehmen finanzieren. Nach ersten Schätzungen dürfte der Bau zwei Milliarden Euro kosten, eine genauere Berechnung gibt es noch nicht.

Das Projekt ist als «T-Stiel» bekannt, weil der Neubau wie der Stiel des Buchstaben T im rechten Winkel hinter das Terminal gesetzt werden soll. Dort sollen nach der Fertigstellung 12 große oder 22 kleinere Maschinen abgefertigt werden können und nach Worten des Flughafenchefs 8.000 bis 9.000 zusätzliche Beschäftigte arbeiten. Zehn Millionen zusätzliche Passagiere entsprechen in etwa den Fluggastzahlen des Stuttgarter Flughafens 2025.

Luftfahrtbranche hofft auf steigende Passagierzahlen

Erste Überlegungen für den Ausbau hatte es bereits vor Beginn der Corona-Pandemie gegeben. Die im vergangenen Jahrzehnt in der Luftverkehrsbranche erwartete kontinuierliche Steigerung der weltweiten Fluggastzahlen ist deswegen ausgeblieben. So hatte die europäische Luftsicherheitsbehörde Eurocontrol im Jahr 2018 für 2024 noch knapp 13 Millionen Flüge in Europa erwartet. Pandemie- und krisenbedingt gab es nach den aktuellen Eurocontrol-Zahlen im vergangenen Jahr europaweit lediglich 11,1 Millionen Starts und Landungen, allerdings mit kräftigem Aufwärtstrend. 

Die Luftfahrtbranche allgemein – nicht nur Lufthansa und der Münchner Flughafen – geht nach wie vor von langfristig steigenden Passagierzahlen aus. Erst im Frühjahr war in München eine Erweiterung des Terminals 1 für bis zu sechs Millionen zusätzliche Passagiere in Betrieb gegangen, in Frankfurt öffnete das noch erheblich größere Terminal 3 mit Platz für bis zu 19 Millionen Passagiere seine Pforten. Im vergangenen Jahr stiegen in München gut 43 Millionen Passagiere ein, aus oder um. Das waren 20 Millionen weniger als in Frankfurt, das nach wie vor mit großem Abstand vorn liegt.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

14.07.2026 Flughafen-Aufsichtsrat macht Weg für Abschiebeterminal frei Am Münchner Flughafen soll es ein eigenes Terminal für Abschiebungen geben. Der Bund will die Zahl der Abschiebungen so erhöhen. Gegen den Plan regte sich Widerstand - nun ist die Sache entschieden. 07.07.2026 Krause gegen Abschiebeterminal - aber kann es nicht stoppen Am Münchner Flughafen soll es ein eigenes Terminal für Abschiebungen geben. Dagegen regt sich Widerstand - auch von einem, der ein Wörtchen mitzureden hat. Aber dennoch nichts ausrichten kann. 02.07.2026 Zwangsübernachtung im Flugzeug ohne strafrechtliche Folgen Hunderte Passagiere müssen am Münchner Flughafen eine Schnee-Nacht in Flugzeugen verbringen. Die Empörung ist groß, auch die Staatsanwaltschaft wird aktiv. Jetzt legt sie ein Ergebnis vor. 01.07.2026 Abfertigungsstopp am Münchner Flughafen nach Unwetterwarnung Seit Tagen ziehen immer wieder teils schwere Gewitter über Bayern. Am Münchner Flughafen wurden nun Maschinen ausgebremst.