Letzte Stadtratssitzung unter OB Starke – Tiefensammler und Fahrradparkhaus beschlossen

30. April 2026 , 07:10 Uhr

Die Stadtratssitzung gestern Nachmittag in der Bamberger Kongresshalle war eine besondere: Zum letzten Mal leitete Oberbürgermeister Andreas Starke die Sitzung. Nach 20 Jahren im Amt endet heute die Amtszeit des SPD-Politikers. Entsprechend emotional fiel auch sein Fazit aus:

„Ich habe ja die Landebahn selbst gewählt und nach 20 Jahren ist es, glaube ich, Zeit, das Amt in jüngere Hände zu übergeben. Natürlich ist auch eine Träne im Knopfloch dabei, aber wir können auf eine positive Stadtentwicklung zurückblicken. Wir haben gesunde Wohn- und Lebensverhältnisse, wir wollen hier leben und nirgendwo anders. Die Bevölkerung wächst, wir haben geordnete Finanzen, die Infrastruktur ist in Schuss. Insofern, glaube ich, können wir zuversichtlich auch für die Zukunft sein.“

Heute Vormittag wird Starke bei einem Festakt verabschiedet. Er war seit 2006 Oberbürgermeister von Bamberg und war bei der Kommunalwahl im März nicht mehr angetreten. Sein Nachfolger ist Sebastian Niedermaier, der ab morgen die Amtsgeschäfte übernimmt.

Ein zentrales Thema der Sitzung war der sogenannte Tiefensammler im Bamberger Osten – ein Großprojekt zur Verbesserung der Abwasserinfrastruktur. Hintergrund sind unter anderem Überflutungen wie an der Geisfelder Straße nach starken Regenfällen. Künftig soll ein neues System zwischen der Wunderburg und entlang des Main-Donau-Kanals Wasser aufnehmen und gezielt zum Klärwerk leiten.

Der Stadtrat stimmte für die Fortführung des Projekts und ergänzte die Planungen um eine sogenannte hybride Wasserstrategie. Baureferentin Annegret Michler erklärt dazu:

„Um auch in die Zukunft zu denken, um im Endeffekt auch Lebensräume zu gestalten, das heißt auch mit dem Thema Schwammstadt, Wasser zu sammeln für die Zukunft und auch damit den Siedlungsraum, also auch das Thema Wohnen und Nachverdichtung zu ermöglichen, das entlastet die Kläranlage und dient natürlich auch einer lebenswerten Umwelt.“

Auch die Kommunikation rund um die anstehenden Baumaßnahmen soll weiter verbessert werden. Michler betont:

„Wir haben immer noch einige ergänzende Veranstaltungen geplant, auch noch mal andere Zielgruppen. Das ist tatsächlich auch noch mal die Kinder und Jugendlichen, die auch jetzt natürlich mit der Sperrung am Adenauer Ufer vielleicht anders auf diese Spielräume kommen. Wir haben gehört, dass diese Radwegeumleitung vielleicht noch zu Unsicherheiten führt und auch das werden wir weiter ausfeilen.“

Für Oberbürgermeister Starke war es wichtig, dass das Projekt noch in seiner Amtszeit entscheidend vorangebracht wird:

„Ja, das war nicht nur wichtig, sondern auch ein Versprechen, das wir im Stadtrat abgegeben hatten, dass wir noch in dieser Legislaturperiode uns darüber unterhalten, wie ist die beste technische Lösung, ich glaube, das ist jetzt geklärt, wie ist die beste Kommunikation, auch da haben wir entsprechende Schritte vereinbart, nachgebessert muss man auch selbstkritisch hinzufügen und wir haben dafür gesorgt, dass sehr viel Transparenz und auch Kostenklarheit in dieses Projekt eingeflossen ist.“

Die ersten Ausschreibungen für das Mammutprojekt sollen im Mai starten. Die Kosten für die ersten beiden Bauabschnitte liegen bei rund 92 Millionen Euro. Insgesamt soll das Projekt bis 2032 abgeschlossen sein.

Neben dem Tiefensammler hat der Stadtrat noch ein weiteres wichtiges Vorhaben beschlossen: Am Bamberger Bahnhof soll ein Fahrradparkhaus entstehen. Nachdem andere Standorte verworfen wurden, ist nun ein ehemaliges Dienstgebäude der Bahn in der Ludwigsstraße 14 bis 16 vorgesehen. Dort sollen zunächst rund 120 Fahrräder Platz finden. Für das Projekt steht eine Bundesförderung von 1,3 Millionen Euro bereit, die bis spätestens Ende 2027 abgerufen werden muss.

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