Mordprozess

Lebenslange Haft nach Messerangriff auf Cousin gefordert

11. Februar 2026 , 16:05 Uhr

Bei einem kurdischen Fest in Parsberg ist im Mai ein Mann durch einen Messerstich ins Herz getötet worden. Sein Cousin sitzt auf der Anklagebank. Die Staatsanwaltschaft fordert die Höchststrafe.

Im Prozess um einen tödlichen Messerangriff während eines kurdischen Neujahrsfestes im oberpfälzischen Parsberg hat die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft für den Angeklagten gefordert. Außerdem verlangte die Anklagebehörde, die besondere Schwere der Schuld für den 43-jährigen Syrer festzustellen. Die Schwurgerichtskammer am Landgericht Nürnberg Fürth will am Donnerstag ihr Urteil fällen. 

Die Verteidigung beantragte dagegen Freispruch – die Beweise für eine Verurteilung des Mannes reichten nicht aus. Hilfsweise komme eine Verurteilung wegen Totschlags zu sieben Jahren Haft in Betracht. Es gebe beträchtliche Zweifel, dass die Mordmerkmale Heimtücke und niedere Beweggründe erfüllt seien. 

Der Angeklagte soll auf dem Fest mit mehr als 1.000 Gästen im März vergangenen Jahres aus Rache seinen Cousin mit einem gezielten Messerstich ins Herz getötet haben. Das Opfer konnte nur noch taumeln, brach zusammen und starb. Motiv soll der Tod der Schwester des Angreifers vor 20 Jahren gewesen sein. Dafür soll der Angeklagte seinen Cousin verantwortlich gemacht haben.

Quelle: dpa

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