Umstrittene Reform

Landtag gibt grünes Licht für leichtere Jagd auf Wölfe

19. März 2026 , 12:53 Uhr

Lang und heftig wurde bei CSU und Freien Wählern über das neue Jagdgesetz für Bayern gestritten. Jetzt hat es die letzte Hürde genommen. Warum vor allem die neuen Abschussregeln Kritik ernten.

Nach langem Streit zwischen CSU und Freien Wählern hat der Landtag grünes Licht für das neue Jagdgesetz in Bayern gegeben. Durch die Reform, die am Donnerstag letztlich mit den Stimmen der beiden Regierungsfraktionen beschlossen wurde, wird unter anderem der Wolf und mit ihm auch der Goldschakal ins Landesjagdrecht aufgenommen. Vor allem der eigentlich artenschutzrechtlich geschützte Wolf soll dadurch – zum Schutz von Weidetieren wie Schafen – künftig leichter abgeschossen werden dürfen. 

Der für die Jagd zuständige Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) betonte vor dem Beschluss im Landtag, er halte die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht für zwingend notwendig. Nach den Regeln dort werde er «hoffentlich ordentlich gemanagt». Man werde den Wolf bejagen, wo er Schaden anrichte – und sonst in Ruhe lassen. Auch kranke Tiere könne man im Sinne des Artenschutzes töten.

Beschlossen wurde das neue Gesetz letztlich mit Stimmen der CSU, der Freien Wähler und der AfD. Die Fraktion der Grünen stimmte entschlossen dagegen, die SPD enthielt sich.

Kritik an neuen Regeln für Jagd auf Rehe

Zudem definiert das Gesetz neue Regeln für die Abschussplanung der Behörden in Bayern. Diese gibt vor, wie viel Rehwild geschossen werden muss, um Wälder vor Wildverbiss zu schützen. Hierbei sollen Jäger und Grundbesitzer vor Ort mehr Raum für eigene Entscheidungen bekommen, behördliche Eingriffe sollen reduziert werden. Die Abschussplanung soll aber als Grundlage bestehen bleiben, niemand werde verpflichtet, die neu geschaffenen Freiräume zu nutzen. Sollte sich abzeichnen, dass in einem Revier zu viel oder zu wenig Wild geschossen wird, sollen Behörden weiter eingreifen können.

Kritik von Umweltschützern

Genau das kritisierte aber zuletzt der Bund Naturschutz (BN). «Ohne verpflichtende Abschusspläne wird der Wildverbiss in Revieren mit zu hoher Verbissbelastung weiter zunehmen und das Aufwachsen von jungen Bäumen erheblich erschwert», sagte BN-Landeschef Martin Geilhufe. «Die Bilanz ist doppelt schlecht: Nicht nur Waldbesitzer werden immens geschädigt, der Wald wird auch seine Schutzfunktionen weniger erfüllen können.» Dadurch würden Lawinen, Hochwasser und schlechteres Trinkwasser wahrscheinlicher, kritisierte Geilhufe. «Das alles ist dem Koalitionsfrieden geopfert worden.»

Eine weitere Änderung im Jagdgesetz betrifft die Jagdzeiten beim Rehwild. Mit vorgezogenen Jagdmöglichkeiten bereits Mitte April reagiere man darauf, dass die Vegetation in vielen Revieren immer früher beginne und gerade in Waldrevieren die Jagd im Mai oft aufgrund starker Vegetation erschwert sei, heißt es in Erläuterungen des Wirtschaftsministeriums zu der Reform.

Langer Streit zwischen Aiwanger und Kaniber

Über die Details der Reform hatte es in der Koalition heftigen Streit zwischen Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU) und Aiwanger gegeben. Im September war dann ein Kompromiss verkündet worden. Aiwanger hatte in der ersten Debatte im Parlament betont: «Ich bin überzeugt, dass wir damit das bayerische Jagdgesetz zukunftsfähig machen.» Widerspruch aus der Opposition wies er als rot-grünes «ideologisches Störfeuer» zurück.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

26.02.2026 Newcastle-Krankheit: 40.000 Legehennen müssen getötet werden Auf einem Geflügelhof im Kreis Erding ist die Newcastle-Krankheit nachgewiesen worden - eine Art Vogelgrippe. Zehntausende Tiere werden gekeult. 24.02.2026 In Bayern gibt es mehr Schweine in immer größeren Betrieben Während die Zahl der Schweine in Bayern steigt, sinkt die der Schweinehalter. Blickt man weiter in die Vergangenheit, ist allerdings auch die Zahl der Schweine massiv gesunken. 19.02.2026 Strafbefehle gegen Schlachthof-Mitarbeiter erlassen In einem der größten Geflügelschlachthöfe Deutschlands sollen Mitarbeiter Hühner misshandelt haben. Auf diese kommen nun Geldstrafen zu. 19.03.2026 Wieder Newcastle-Krankheit - 35.000 Hähnchen vor Keulung Jahrzehntelang war die Newcastle-Krankheit verschwunden. Nun breitet sie sich wieder unter Geflügel aus. Ein weiterer Betrieb in Bayern ist betroffen, Zehntausende Tiere werden gekeult.