Kritik an «Kreativraum»

Kostenexplosion im Jobcenter - Geschäftsführer abberufen

12. Juni 2026 , 12:06 Uhr

Designermöbel, explodierende Kosten und ein abrupter Rauswurf: Wie ein Besprechungsraum des Jobcenters Bremen zum Politikum wurde und welche Konsequenzen gezogen werden.

Nach Kritik an explodierenden Kosten in Höhe von fast einer Million Euro für einen Besprechungsraum hat der Geschäftsführer des Bremer Jobcenters seinen Posten verloren. Die Trägerversammlung entband Thorsten Spinn mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben, wie die Arbeitsagentur und das Arbeitsressort mitteilten. Zur Trägerversammlung gehören Vertreter des Jobcenters, des Arbeits- und des Finanzressorts.

Der sogenannte «Kreativraum» mit Designermöbeln kostete rund 906.000 Euro. Das stünde in keinem Verhältnis, kritisierte die Trägerversammlung, die nach eigenen Angaben nicht darüber informiert war. Weitere 293.000 Euro entfielen auf einen Raum für ein Projekt für Frauen in der Arbeitswelt.

Bremens Arbeitssenatorin Claudia Schilling zeigte sich entsetzt. «Die vorliegenden Erkenntnisse haben das Vertrauen der Träger in die Geschäftsführung nachhaltig erschüttert», sagte die SPD-Politikerin. «Vor diesem Hintergrund war die Entscheidung erforderlich, Thorsten Spinn als Geschäftsführer abzuberufen.»

Die Trägerversammlung kündigte an, über weitere organisatorische, personelle und haushaltsrechtliche Konsequenzen zu beraten und den Skandal vollständig aufzuklären.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

12.06.2026 Keine Einigung über WM-Prämien kurz vor Turnierstart Die Verhandlungen über die Prämien für die Nationalspieler laufen noch. Was die WM-Aufstockung und neue FIFA-Zahlungen für Spieler und Verband bedeuten und was Kapitän Kimmich dazu sagt. 12.06.2026 Massive Länder-Kritik am Sparpaket für Kassenbeiträge Die Ausgaben für die medizinische Versorgung steigen immer weiter. Die Bundesregierung will mit einem Gesetz gegensteuern, das jetzt in die Beratung startet. Im Bundesrat formiert sich Widerstand. 11.06.2026 Warken will neue Milliardenlücke bei Krankenkassen schließen Gegen die geplanten Einschnitte im Gesundheitssystem hagelt es Proteste. Doch nach neuen Zahlen muss die Ministerin das Sparziel für stabile Beiträge sogar noch anheben. 10.06.2026 Spardruck bei Kassengaben wächst - Weiter Proteste Das Sparpaket der Koalition für stabile Krankenkassenbeiträge startet ins Gesetzgebungsverfahren - begleitet von heftigen Widerständen gegen Einschnitte. Dabei droht eine Verschärfung der Finanznöte.