Nach dem Abbruch einer Kundgebung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft auf der Bamberger Jahnwiese am 13. Juni ermittelt weiterhin die Kriminalpolizei. Laut Polizei kam es zwischen Teilnehmern zweier politischer Versammlungen zu verbalen Auseinandersetzungen und einem begrenzten körperlichen Kontakt. Die DIG spricht dagegen von Übergriffen durch eine Gruppe aus dem Umfeld von „Bamberg for Free Palestine“ und sieht darin eine Zäsur für jüdisches und pro-jüdisches Engagement in Bamberg. Die Ermittlungen zu möglichen Straftaten laufen noch.
„Bamberg for Free Palestine“ weist die Vorwürfe zurück. Die Gruppe erklärt in einem Statement, sie habe bereits zehn Tage zuvor über soziale Medien ein Picknick auf der Jahnwiese für den 13. Juni angekündigt. Von einer parallel stattfindenden Veranstaltung der DIG habe man zunächst nichts gewusst. Das DIG-Picknick sei für die Teilnehmer nicht als angemeldete Versammlung erkennbar gewesen und man sei von Seiten der DIG auch nicht darauf hingewiesen worden.
Stattdessen, so die Darstellung von „Bamberg for Free Palestine“, seien ein Mitglied der DIG Passau sowie ein Vorstandsmitglied der DIG Bamberg zum Picknick der Gruppe gekommen und hätten Teilnehmer gegen deren Willen fotografiert und gefilmt sowie rassistisch beleidigt. Bis zum Eintreffen der Polizei habe sich niemand aus ihrer Gruppe dem Picknick der DIG genähert oder Handlungen gegen dessen Teilnehmer unternommen. Die Gruppe bezeichnet die Behauptung, sie habe die Veranstaltung der DIG gestört, als unzutreffend.