Basketball

«Alles wovon wir geträumt haben»: Knicks sind NBA-Champion

14. Juni 2026 , 06:39 Uhr

Die New York Knicks haben nach 53 Jahren wieder den Titel in der NBA gewonnen. In San Antonio liegt das Team erneut zweistellig hinten, feiert am Ende dennoch. Nun gibt es drei deutsche NBA-Champions.

Als die erste NBA-Meisterschaft nach 53 Jahren für die New York Knicks perfekt war, kamen Jalen Brunson die Tränen. Nahezu sprachlos gab der überragende Basketball-Profi seine ersten Interviews als Champion. Vater Rick – ein Ex-Profi und Teil des Betreuerstabs der Knicks – war dabei nie mehr als ein paar Meter entfernt. 

«Das ist alles, wovon wir geträumt haben. Deswegen bin ich nach New York gekommen», sagte Brunson nach dem entscheidenden vierten Sieg in der Finalserie gegen die San Antonio Spurs. Beim 94:90 war der 29-Jährige mit 45 Punkten einmal mehr die prägende Figur auf dem Parkett. 

Gemeinsam mit seinen Teamkollegen und Trainer Mike Brown stimmte Brunson schließlich «Who Let the Dogs Out» von den Baha Men an – und gab damit den Ton vor für eine Meisterparty, die in den Straßen New Yorks die Fußball-WM klar in den Hintergrund rückte. Schließlich hatten die Fans seit 1973 auf diesen Moment warten müssen.

«Hey New York, es tut mir leid, dass es so lange gedauert hat. Aber hier sind wir und es wird hoffentlich nicht noch einmal so lange dauern», rief Teambesitzer James Dolan bei der Siegerehrung euphorisch. Kurz danach wurde Brunson als wertvollster Profi der Finalserie ausgezeichnet.

Knicks wieder zweistellig hinten – und am Ende die Sieger

Wie beim sensationellen Comeback drei Tage zuvor, als die Knicks einen 29-Punkte-Rückstand noch drehten und damit für einen NBA-Finalrekord sorgten, brauchte es auch im fünften Spiel der Serie wieder eine Aufholjagd nach zweistelligem Rückstand. 

«Ich weiß nicht, aber aus irgendwelchen Gründen haben die Spiele für uns 30 Minuten später angefangen als für die Spurs», scherzte Brunson. Dieses Mal lagen die Gastgeber aus San Antonio um ihren Star Victor Wembanyama zwischenzeitlich mit 16 Punkten vorn – und gingen am Ende dennoch wieder als Verlierer vom Feld. 

Hukporti wie Nowitzki und Hartenstein: NBA-Champion

Ariel Hukporti darf sich deswegen wie Dirk Nowitzki und Isaiah Hartenstein als dritter deutscher Basketball-Profi NBA-Champion nennen. Beobachtet von erneut zahlreichen Promis wie Prinz Harry, Ben Stiller oder Timothée Chalamet kam er zwei Minuten zum Einsatz. 

Für den Verein ist es das Ende einer langen sportlichen Flaute. Zwischendurch gab es sogar sieben Jahre ohne Play-Off-Teilnahme. Die Fans der Knicks gelten daher nicht nur als besonders leidenschaftlich, sondern auch leidensfähig. 

Der Erfolg in dieser Saison sorgte in den vergangenen Wochen immer wieder für Feiern, bei denen auch Grenzen überschritten und Menschen zu Schaden kamen. Auch deswegen war die Polizeipräsenz rund um den Madison Square Garden groß, an mehreren Orten hatten sich Fans in der Mega-City für Public Viewings getroffen. 

Verkehr in Manhattan steht still

In der Schlussphase stand der Verkehr in Manhattan still. Als die Spieluhr in San Antonio abgelaufen war, ging ein laustarkes Hupkonzert los. Die Metro fuhr zum Rhythmus von «Lets go, Knicks» durch die Penn Station – einem der großen Bahnhöfe in der Stadt und Ankunftsort für viele Brasilien- und Marokko-Fans, die sich vom WM-Stadion in New Jersey auf den Weg zurück in die City gemacht hatten. 

Wie in jedem der vorherigen vier Spiele gingen die Spurs zweistellig in Führung, die Knicks hatten Schwierigkeiten mit ihren Würfen. Zum vierten Mal aber kam New York irgendwann in den Rhythmus und arbeitete sich zurück. Dieses Mal gelang der Ausgleich nach einem 10:0-Lauf im Schlussviertel beim 83:83. Gut eine Minute danach gingen die Knicks beim 86:85 erstmals seit dem 5:4 in der Anfangsphase wieder in Führung. 

Beiden Teams war der Druck anzumerken, bis zum ersten Treffer durch Victor Wembanyama für die Spurs hatten die Profis schon sechs Fehlwürfe angesammelt. Nach vier Minuten hatte der Franzose drei Blocks und damit so viele wie die Knicks Punkte. 

Späte Aufholjagd

Die erste zweistellige Führung hatten die Gastgeber beim 18:8 nach acht Minuten, der Vorsprung wuchs auf bis zu 16 Zähler. Die Knicks verkürzten aber noch vor der Pause auf nur noch drei Punkte. Zur Halbzeit lagen die Spurs dann 42:37 vorn und zogen noch einmal auf 15 Punkte davon. Doch danach ging es bergab – und für die Knicks-Fans endlich der Titel-Traum in Erfüllung, auf den sie mehr als fünf Jahrzehnte hatten warten müssen.

Quelle: dpa

 

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