Rohstoffe

Knauf baut neue Anlage für Gipsrecycling in Mittelfranken

20. Januar 2026 , 18:56 Uhr

Gips ist vielseitig einsetzbar - vom Eigenheim bis zum Brückenbau. Doch Naturgips ist knapp. Daher setzt die Branche auch auf recyceltes Material.

Mit einer neuen Gipsrecycling-Anlage in Mittelfranken will der Baustoffhersteller Knauf die Versorgung mit dem Rohstoff verbessern. Im Sommer soll der Spatenstich für die Werkstätte in Neuhof an der Zenn (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) erfolgen. Die Inbetriebnahme der Anlage, die das Familienunternehmen aus dem unterfränkischen Iphofen zusammen mit der BSR Ingolstadt, einem Spezialisten für Boden- und Baustoffrecycling, umsetzt, ist für Anfang 2027 geplant. 

Der Recyclinggips soll an die rund 50 Kilometer entfernten Produktionsstandorte der Knauf Gruppe geliefert und dort in der Gipskartonplattenproduktion eingesetzt werden.

Knauf zufolge soll jährlich recycelter Gips im zweistelligen Kilotonnenbereich produziert werden, genauere Angaben wurden nicht gemacht. «Wir gehen davon aus, dass in der Anlage vorerst Arbeitsplätze im einstelligen Bereich entstehen», teilte ein Unternehmenssprecher mit.

Gipsversorgung nicht gesichert 

In Deutschland droht nach früheren Angaben von Knauf eine Lücke bei der Gipsversorgung – der Rohstoff wird etwa beim Hausbau, für Fundamente von Windrädern oder Brücken gebraucht. Grund für die Lücke sei der geplante Ausstieg aus der Stromerzeugung mit Kohle. Dabei fallen bisher große Mengen an sogenanntem Rea-Gips als Nebenprodukt an, die spätestens von 2038 an fehlen. Bislang würden über diesen synthetischen Gips gut 40 Prozent des Bedarfs gedeckt, über Naturgips 55 Prozent, der Rest durch Recycling. 

Nach Angaben des Bundesverbands der Gipsindustrie kann Recyclinggips die entstehende Lücke auf absehbare Zeit aber nicht füllen. Knauf möchte daher nahe Würzburg ein neues Bergwerk zum Gipsabbau errichten. Dazu läuft derzeit ein Genehmigungsverfahren.

Quelle: dpa

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