Nach rund 13 Jahren Sanierung ist eines der bekanntesten Wahrzeichen Bambergs zurück: Die ehemalige Abteikirche St. Michael wird heute feierlich wiedereröffnet worden. Mit einem Pontifikalamt und einem anschließenden Festakt erhält das historische Bauwerk seine zentrale Rolle im Stadtbild zurück. Beide Veranstaltungen werden heute live auf der Website der Stadt Bamberg gestreamt. Erste Eindrücke gibt es außerdem auf den Social-Media-Kanälen von Radio Bamberg.
Oberbürgermeister Andreas Starke spricht von einem besonderen Moment für die Stadt: „Das sanierte Gotteshaus macht Bamberg und die Katholische Kirche um einen Schatz reicher.“ Gleichzeitig betont er die Gemeinschaftsleistung hinter dem Projekt: „Dass wir diese Kirche nun wieder öffnen können, ist ein starkes Zeichen dafür, was möglich ist, wenn viele gemeinsam an einem Ziel arbeiten.“
Die Generalsanierung begann bereits 2012 – ausgelöst durch einen zwei Kilogramm schweren Putzbrocken, der sich aus dem Gewölbe löste. Für Immobilien- und Stiftungsreferent Bertram Felix ein Wendepunkt: „Dieser Moment war ein Schock – aber auch ein Wendepunkt. Uns wurde schlagartig bewusst, dass wir nicht mehr punktuell reparieren können.“
Es folgten jahrelange Untersuchungen und umfangreiche Bauarbeiten. Insgesamt wurden rund 43 Millionen Euro investiert, etwa 90 Prozent stammen aus Fördermitteln. Große Teile der Kirche mussten statisch gesichert und aufwendig restauriert werden. Bauleiterin Karin Hamper beschreibt das so: „Wir haben hier nicht einfach saniert – wir haben das Gebäude Stück für Stück neu stabilisiert.“
Auch für die Fachleute war das Projekt außergewöhnlich. Steinmetz Rudolf Spangel sagt: „Das war echte Handarbeit im besten Sinne. Jeder Stein erzählt seine eigene Geschichte.“ Und auch vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege kommt große Anerkennung. Generalkonservator Mathias Pfeil spricht von einem „Tag voller Freude und Stolz“ und betont den enormen Einsatz aller Beteiligten.
Erzbischof Herwig Gössl zeigte sich ebenfalls bewegt: „Es war für mich eine große Freude zu erleben, wie die Kirche vor Weihnachten so Stück für Stück entrüstet wurde und dann wieder gestrahlt hat.“ Besonders wichtig sei ihm, dass die Menschen nun wieder Zugang zum Grab des heiligen Bischofs Otto haben und die Kirche als Ort des Glaubens erleben können.
Der erste öffentliche Gottesdienst findet am morgigen Sonntag um 10 Uhr statt. Stadt und Stadtwerke rechnen mit großem Andrang und empfehlen, möglichst zu Fuß zum Michelsberg zu kommen. Alternativ gibt es ab kurz nach 8 Uhr eine zusätzliche Busfahrt der Linie 910, reguläre Verbindungen starten stündlich vom ZOB – allerdings mit begrenzter Kapazität. Der Einlass beginnt bereits um 9 Uhr.
Im Anschluss sind ein Frühschoppen im Klosterinnenhof sowie ein Rahmenprogramm mit Speisen und Getränken geplant. Die Kirche bleibt bis 17 Uhr geöffnet.
Ein weiteres Highlight folgt am 9. und 10. Mai mit einem großen Bürgerfest. Künftig ist St. Michael jeweils freitags bis sonntags sowie an Feiertagen von 11 bis 16 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet – und knüpft damit wieder an seine jahrhundertelange Tradition als Ort des Glaubens, der Begegnung und der Geschichte an.