Bamberg braucht dringend mehr Gewerbeflächen. Das bekräftigt Oberbürgermeister Sebastian Niedermaier: „Unsere Wirtschaftsförderung und ich persönlich werden immer wieder auf benötigte Flächen angesprochen – von Unternehmen, die eine Erweiterung planen, genauso wie von Interessenten, die sich in Bamberg ansiedeln möchten. Diese Nachfrage können wir derzeit nicht bedienen“, erklärt Niedermaier. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass nun das Interessenbekundungsverfahren für das Metalluk-Gelände ohne Vergabe abgeschlossen wurde, heißt es in einer Mitteilung der Stadt Bamberg.
Die rund 16.500 Quadratmeter große Fläche an der Ohmstraße 8 steht kurz- bis mittelfristig für eine gewerbliche Entwicklung zur Verfügung. Bei dem im April gestarteten Interessenbekundungsverfahren sind drei konkrete Angebote eingegangen. Diese entsprachen allerdings in keinem Fall den Vorstellungen der Stadt Bamberg, wie dieses Gelände entwickelt werden soll.
„Das Ergebnis zeigt uns vor allem, dass wir noch einmal genauer hinschauen müssen, wie wir diese Fläche auf den Markt bringen“, sagt Niedermaier. „Wahrscheinlich haben Größe und Zuschnitt der Fläche hier nicht gepasst. Deshalb müssen wir auch darüber nachdenken, eine Aufteilung in mehrere Teilflächen vorzunehmen und diese einzeln auf den Markt zu bringen. Entscheidend ist, dass wir die Grundstücke so anbieten, dass sie zu den tatsächlichen Bedarfen unserer Unternehmen passen.“ Handwerksbetriebe würden Flächen von wenigen tausend Quadratmetern benötigten, während größere Gewerbe- und Industriebetriebe nach Grundstücken mit mehreren Hektar suchen.
Insgesamt bleibt die Nachfrage nach Gewerbeflächen in Bamberg groß. „Viele Anfragen nach Flächen für gewerbliche Entwicklungen können derzeit nicht bedient werden“, erklärt Wirtschaftsreferent Dr. Stefan Goller. Dadurch würden sowohl Erweiterungsmöglichkeiten bestehender Unternehmen als auch Neuansiedlungen erheblich erschwert. „Zudem sind die größeren Gewerbeflächenpotenziale nördlich der B26 und auf dem Muna-Areal aufgrund komplexer Rahmenbedingungen erst mittel- bis langfristig zu heben und werden nicht kurzfristig zur Verfügung stehen“, so Goller.
„Wir dürfen deshalb nicht nur auf die großen Flächenpotenziale der Zukunft schauen, sondern müssen auch die Möglichkeiten nutzen, die wir heute und in den kommenden Jahren haben“, erklärt der Oberbürgermeister. „Das Metalluk-Gelände ist dafür ein wichtiger Baustein.“
Die Stadt will die bisherigen Rahmenbedingungen und Vorgaben für eine gewerbliche Verwertung des Areals deshalb noch einmal intensiv analysieren und gegebenenfalls an die vorhandenen Bedarfe anpassen. Dabei soll auch geprüft werden, ob einzelne Teilflächen gezielt an geeignete regionale Investoren vermarktet werden können.
Auch ein neu geschaffenes Gremium soll in die weiteren Überlegungen einbezogen werden: „Ich werde das Thema in den Wirtschaftsbeirat mitnehmen und dort besprechen“, kündigt Niedermaier an. „Gemeinsam mit der Wirtschaft wollen wir überlegen, welche Lösungen für das Gelände sinnvoll und realistisch sind.“
Die Stadt Bamberg hält damit an ihrem Ziel fest, zusätzliche Gewerbeflächen zu entwickeln und damit die Voraussetzungen für wirtschaftliches Wachstum, neue Arbeitsplätze und zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen zu schaffen. 06Das ehemalige Metalluk-Gelände soll dabei weiterhin einer hochwertigen, zukunftsfähigen und nachhaltigen gewerblichen Nutzung zugeführt werden.