Kirchliches Fest

Kein Hase, kein Mann mit Bart: Darum geht es an Pfingsten

21. Mai 2026 , 04:00 Uhr

Es gibt keinen Hasen, keine Eier, keine Geschenke, keinen Mann mit Rauschebart. Pfingsten hat keine Lobby. Was es mit diesem Fest auf sich hat.

An Ostern gibt es Nester, Eier, Schokohasen. An Weihnachten noch viel mehr – Geschenke, Lichterketten, Baum, Deko. Und an Pfingsten? Ein extra langes Wochenende, in Bayern sogar Ferien. Das kirchliche Fest hat es nicht geschafft, in der säkularen Welt wahrgenommen zu werden. Es hat sich kein signifikantes Brauchtum entwickelt. 

«Die Erfahrung des Pfingsttages, dass Gott jedem Menschen nahe ist, lässt sich nicht ganz leicht verstehen und es gibt wenig Bilder dafür», sagt der evangelische Landesbischof Christian Kopp auf Anfrage. «Es gibt keine Krippe und auch kein Kreuz. Die Pfingstgeschichte erzählt vom frischen Wind, von der Bewegung und der Verständigung zwischen Menschen. Und es gibt an Pfingsten einfach weniger Brauchtum und Konsum – Feuer, Flamme und Wind sind nicht so einfach darzustellen.»

In Bayern seien die oft schon sommerlichen Pfingsttage für viele die «Einladung zu freier Zeit mit Familie und Freunden oder Urlaub in den bayerischen Pfingstferien».

Jerusalem, der Heilige Geist und die Jünger

Pfingsten geht zurück auf die Apostelgeschichte im Neuen Testament der Bibel. Geschildert werde die Herabkunft des Heiligen Geistes.

Der Heilige Geist habe es den in Jerusalem versammelten Jüngern Jesu ermöglicht, den Glauben in fremden Sprachen zu verkünden und so den Grundstein für seine Verbreitung in der ganzen Welt zu legen, schreibt das katholische Erzbistum München-Freising. Deshalb werde das Hochfest Pfingsten auch Geburtstag der Kirche genannt.

«Redet. Teilt euch mit»

Es lohnt sich nach Ansicht von Landesbischof Kopp, auch aus heutiger Perspektive auf die Pfingstbotschaft zu schauen: «Das Pfingstfest ist ein Fest gegen die Echokammern und die sich hochschraubende Polarisierung der Gesellschaft», erläutert er. 

Die biblische Pfingstgeschichte erzähle davon, dass Gottes Geist Menschen eine gemeinsame Sprache und immer neu Verständigungsmöglichkeiten schenke. «Pfingsten sagt, dass Gott jedem Menschen jeden Tag neu die Chance gibt, auf andere zuzugehen und Gutes für die Welt zu tun. Pfingsten sagt es laut: Redet. Teilt euch mit. Gottes Geist macht es möglich.»

Quelle: dpa

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