Umbau abgeschlossen

Karl Valentin bekommt sein Musäum zurück

08. Juli 2026 , 15:07 Uhr

Fast zwei Jahre war es still im Musäum - jetzt darf wieder über Karl Valentin gegrübelt und gelacht werden. Zum Neustart hebt auch Liesl Karlstadt ab.

Für viele Lebenslagen prägte der Münchner Komiker Karl Valentin philosophische Weisheiten. Sprüche wie «Es ist schon alles gesagt, nur noch nicht von allen» kennt fast jeder. Nach einer fast zweijährigen Schließzeit wegen Umbauarbeiten feiert das Valentin-Karlstadt-Musäum in München nun seine Wiedereröffnung. 

Angekündigt ist Kabarett mit Luise Kinseher, Teresa Reichl und Christian Springer. Bele Turba und Johann Anzenberger spielen Liesl Karlstadt und Karl Valentin, wie das Museum mitteilte. Am Freitag öffnet das Haus für die Besucher. 

Valentins Bühnenpartnerin Liesl Karlstadt (1892-1960) werde eine neue Dauerausstellung namens «Liesl Karlstadt – Flug zum Mond» gewidmet, kündigt das Museum an und verspricht, ihr Wirken als Künstlerin im Duo mit Valentin und solo sowie ihr Leben jenseits der Konvention in allen Facetten zu beleuchten. 

«Wortzerklauberer» mit bitterschwarzem Humor

Surrealer Witz und anarchisches Denken kennzeichneten den Stil des schlaksig dürren Komikers Valentin (1882-1948), den manche zum Vordenker des absurden Theaters erklärten. Mehr als 400 Bühnenstücke, Szenen, Couplets und Vorträge hat der Alltagsphilosoph, Filmemacher, Poet und «Wortzerklauberer» geschrieben. Mit seinem bitterschwarzen Humor brachte er die Menschen zum Lachen. Mit Karlstadt, bürgerlich Elisabeth Wellano, feierte er in den 1920er Jahren weit über Bayerns Grenzen hinaus Erfolge. 

In den Museumsräumen im Turm des Isartors in München sind Valentins skurrile Ideen ausgestellt: etwa das Fahrrad, mit dem Valentin durch «Nacht und Nebel» fährt oder das Steckenpferd, mit dem er als «Schwerer Reiter» den Militarismus parodiert.

Quelle: dpa

 

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