Auszeichnung

Julia Nawalnaja erhält Europa-Preis der SPD-Fraktion

22. Januar 2026 , 12:49 Uhr

Im Februar 2024 kam Kremlkritiker Nawalny auf dubiose Art und Weise in russischer Haft ums Leben. Seither kämpft seine Frau Julia für dessen Lebenswerk. Dafür soll sie einen Preis erhalten.

Die russische Bürgerrechtlerin Julia Nawalnaja erhält den Europa-Preis 2026 der SPD im bayerischen Landtag. Die Witwe des vor knapp zwei Jahren in russischer Haft verstorbenen Kremlkritikers Alexej Nawalny soll die Auszeichnung am Vortag der Münchner Sicherheitskonferenz am 12. Februar bei einer Feierstunde überreicht bekommen.

Grießhammer zeigt sich zutiefst beeindruckt von Nawalnaja

«Julia Nawalnajas Engagement berührt und beeindruckt mich zutiefst. Nach dem gewaltsamen Tod ihres Mannes Alexej Nawalny führt sie unerschrocken und unermüdlich dessen politisches und moralisches Vermächtnis fort», sagte SPD-Fraktionschef Holger Grießhammer. Als eines der wichtigsten Gesichter der russischen Demokratiebewegung beweise sie, dass ein friedliches, freies und gerechtes Russland möglich sei. Mit der Preisverleihung wolle die SPD ein starkes Zeichen europäischer Solidarität mit all jenen setzen, die weltweit für Freiheit, Gerechtigkeit und Menschenwürde eintreten – oftmals unter höchstem Risiko für das eigene Leben.

Laudatio hält EU-Politikerin Barley

Die Laudatio für Nawalnaja soll die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Katarina Barley, halten. Seit 2018 zeichnet die SPD-Landtagsfraktion mit dem Europa-Preis Persönlichkeiten und Organisationen aus, die sich in herausragender Weise um die europäische Idee sowie die Werte der Europäischen Union verdient gemacht haben. Bisherige Preisträger sind unter anderem Luxemburgs ehemaliger Außenminister Jean Asselborn und der Kapitän der Seenotrettungsorganisation «Mission Lifeline», Claus-Peter Reisch.

Wenige Monate nach dem Tod ihres Mannes hatte Nawalnaja im April 2024 bereits in Bayern einen Preis erhalten. Beim Ludwig-Erhard-Gipfel am Tegernsee erhielt sie den «Freiheitspreis der Medien», der an sie und posthum auch an ihren verstorbenen Mann verliehen wurde.

Quelle: dpa

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