Krieg in Nahost

Israel: Truppen bleiben vorerst im Südlibanon

09. Juli 2026 , 09:43 Uhr

Die Positionen vor neuen Verhandlungen in Rom bleiben verhärtet. Israel fordert die Entwaffnung der Hisbollah-Miliz, die libanesische Regierung einen Truppenrückzug aus sogenannten Pilotzonen.

Israels Verteidigungsminister Israel Katz knüpft einen Rückzug aus dem Südlibanon an eine vollständige Entwaffnung der libanesischen Hisbollah-Miliz. Israel werde in einer selbst definierten «Sicherheitszone» im Libanon verbleiben und von dort aus so lange wie nötig operieren, bis die Hisbollah im gesamten Libanon entwaffnet und die Bedrohung für die Bewohner Nordisraels beseitigt sei, erklärte Katz nach Angaben eines Sprechers.

Katz zufolge ist das von Israel kontrollierte Gebiet «frei von Bewohnern sowie von terroristischer Infrastruktur unter und über der Erde». Ziel sei es, die Menschen in Nordisrael vor der Gefahr von Überfällen, Panzerabwehrfeuer und direkten Bedrohungen zu schützen. 

Katz erklärte zudem, die Hisbollah habe Israel zweimal angegriffen – nach dem Terrorüberfall der islamistischen Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 sowie nach Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar. 

Libanons Bedingungen

Aktuell knüpft die libanesische Regierung ihre Teilnahme an einer weiteren Gesprächsrunde mit Israel in Rom an einen Truppenrückzug aus zwei festgelegten sogenannten Pilotzonen. Israelische Medien berichten, ein solcher Schritt gelte vor den bis Mitte Oktober erwarteten Parlamentswahlen als unwahrscheinlich. Der Iran und die Hisbollah fordern, dass sich die israelische Armee vollständig aus dem Land zurückzieht.

Sowohl die Hisbollah als auch die libanesische Regierung bezeichnen die von Israel einseitig verfügte «Sicherheitszone» als völkerrechtswidrige Besetzung. Das von Israel kontrollierte Areal im Südlibanon umfasst nach geografischen Berechnungen libanesischer Medien rund 620 Quadratkilometer. Dies entspricht einem Anteil von etwa sechs Prozent der Fläche des Landes.

Quelle: dpa

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