Zwangsabstieg aus 3. Liga

Ismaik widerspricht: Geld für 1860 München lag bereit

17. Juni 2026 , 09:42 Uhr

Der TSV 1860 München hat aus wirtschaftlichen Gründen keine Lizenz für die 3. Liga erhalten. Nun äußert sich der umstrittene Investor Hasan Ismaik und behauptet: Das Geld wäre da gewesen.

Das nötige Geld für eine Drittliga-Lizenz des TSV 1860 München lag nach Darstellung von Investors Hasan Ismaik eigentlich bereit. Dem Traditionsclub war aus wirtschaftlichen Gründen die Spielberechtigung verweigert worden, weil mehr als zwei Millionen Euro gefehlt hatten. Die «Löwen» wurden in die Fußball-Regionalliga versetzt, den Kooperationsvertrag mit dem Investor kündigte der 1860-Stammverein danach.

In einem Interview von «BR24Sport» sagte Ismaik, beide Seiten hätten sich eigentlich geeinigt. «Wir hatten alles fertig, um das Geld zu transferieren», betonte er. Man habe auf den Verein und dessen Unterschrift unter den gemeinsam verhandelten Vertrag gewartet. «Dann waren wir überrascht, als wir um 2.40 Uhr morgens eine E-Mail bekommen haben mit einem anderen Vertrag. Das haben sie in 15 Jahren oft mit uns gemacht.»

Vereinspräsident Gernot Mang hatte zuletzt gesagt, Ismaik habe im Kontext der Zahlung Forderungen gestellt, die die «Löwen» nicht hätten erfüllen können.

Ismaik wirft Verantwortlichen Versagen vor

Der Spielbetriebsgesellschaft, an der Ismaik und der Stammverein beteiligt sind und unter der bislang sämtliche Profi-Aktivitäten gebündelt waren, droht die Insolvenz. Es wird vermutet, dass der Verein den bei Fans verhassten Geldgeber so loswerden will. «Mich interessieren diese Spielchen nicht. Mich interessiert nur 1860 München», sagte der 48-jährige Ismaik in dem Interview.

Er warf der Club-Führung vor, er habe das Geld zahlen und still sein sollen. «Immer. Ich möchte irgendjemanden in Deutschland oder auf der Welt sehen, der das macht», sagte Ismaik. Er habe 15 Jahre lang Respekt gezeigt, die Verantwortlichen hätten versagt.

«Wenn ich Kaffeemaschine sage, sagen sie 50+1»

Macht bei 1860 habe er nicht. Es sei stets auf die 50+1-Regel verwiesen worden. Sie besagt, dass Vereine in Deutschland eine Stimmenmehrheit haben müssen; externe Investoren haben damit nur begrenzt Einfluss. «Wenn ich Kaffeemaschine sage, sagen sie 50+1, seit 15 Jahren. Ich habe null Macht bei 1860», beteuerte Ismaik, der Anfang der Woche nach München gekommen war und von Peter Gauweiler als Anwalt beraten wird.

Die beiden verhandeln mit den Sechzig-Bossen über die Zukunft. «Wir reichen die Hand und suchen eine Lösung», beteuerte Ismaik. Eine Beschwerde gegen den Zwangsabstieg soll bis Donnerstag beim DFB eingereicht werden. «Ich liebe Deutschland, ich liebe den deutschen Fußball und ich hoffe, dass wir eine gute Lösung für den TSV 1860 finden», sagte Ismaik in einem Gespräch mit Medien wie der «Bild», «Münchner Merkur/tz» oder «Abendzeitung». 

Das Training für die kommende Saison in der Regionalliga hatte am Montag vor allem mit Nachwuchsakteuren begonnen. Aus dem Kader der abgelaufenen Saison blieben nur vier Akteure übrig. Nicht mehr dabei waren Spieler ohne gültigen Vertrag für die vierte Liga, darunter die früheren Bundesligaprofis Kevin Volland und Florian Niederlechner.

Quelle: dpa

 

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