Spitzentreffen in München

Ischinger verspricht «Sicherheitskonferenz der Superlative»

04. Februar 2026 , 04:30 Uhr

Die Weltordnung befindet sich in einem dramatischen Umbruch. Kein Wunder, dass das Interesse an der Münchner Sicherheitskonferenz in diesem Jahr besonders groß ist.

Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz rechnet in diesem Jahr mit einer Rekordbeteiligung von Staats- und Regierungschefs. «Das ist in allen Belangen eine Sicherheitskonferenz der Superlative», sagte Wolfgang Ischinger der Deutschen Presse-Agentur vor dem weltweit wichtigsten Expertentreffen zur Sicherheitspolitik, das vom 13. bis 15. Februar in der bayerischen Hauptstadt stattfindet. «Es kommen mehr Staats- und Regierungschefs als jemals zuvor, es kommen mehr US-Kongressmitglieder als je zuvor und auch mehr Außenminister.» Der Andrang stelle «alles bisher Dagewesene in den Schatten».

Zusagen von 65 Staats- und Regierungschefs

Nach Angaben der Konferenzleitung haben bisher – gut eine Woche vor Beginn der Großveranstaltung – 65 Staats- und Regierungschefs zugesagt. Im vergangenen Jahr seien es nur 42 gewesen. Zudem stehen derzeit 98 Außen- und Verteidigungsminister auf der Gästeliste der Konferenz, die wie jedes Jahr im Hotel Bayerischer Hof stattfindet – im Vergleich zu 87 im vergangenen Jahr. Aus dem US-Kongress werden mehr als 50 Senatoren und Mitglieder des Repräsentantenhauses erwartet. Die Zahlen sind vorläufig, es kann noch weitere Zusagen oder auch Absagen geben.

Rubio statt Vance und Selenskyj

Zu den prominentesten Gästen dürfte US-Außenminister Marco Rubio zählen. Anders als im vergangenen Jahr wird US-Vizepräsident JD Vance diesmal wohl nicht dabei sein. Ischinger geht auch fest davon aus, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach München kommt. Trotz der laufenden Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine in Abu Dhabi über ein Ende des Ukraine-Krieges werden in München aber keine russischen Regierungsvertreter erwartet.

Merz zum ersten Mal als Kanzler dabei 

Besonders stark werden in diesem Jahr europäische Staats- und Regierungschefs vertreten sein. Offiziell angekündigt sind bisher aber erst wenige. Erstmals wird Friedrich Merz (CDU) als Bundeskanzler an der Konferenz teilnehmen und die Sicherheitspolitik seiner Regierung vorstellen. Möglicherweise werden auch der französische Präsident Emmanuel Macron, der britische Premierminister Keir Starmer und die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen dabei sein. Bestätigt ist das aber noch nicht. 

Ischinger hofft auf «Aufbruch Europas»

Ischinger ist die europäische Präsenz besonders wichtig. Er hofft, dass sich aus der Krise der Beziehungen zu den USA ein «Aufbruch Europas» ergibt. «Ich bin der Meinung, dass wir als Europäer nicht so tun sollten, als wären wir hilflos», sagt er. «Ich würde mir wünschen, dass wir in München in die Richtung gehen: Wir treffen jenseits der Beschwörungsformeln konkrete Entscheidungen, die dazu führen, dass man im Rest der Welt sagt: Aha, Europa ist aufgewacht.»

Quelle: dpa

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