Berlinale

Isabelle Huppert wollte als Vampir unbedingt zubeißen

17. Februar 2026 , 01:30 Uhr

Dieser Vampirfilm ist irre: Isabelle Huppert streift in «Die Blutgräfin» mordend durch Wien - und Lars Eidinger spielt einen fragwürdigen Therapeuten. Dabei hätte er eine Rolle noch lieber gehabt.

Filmstar Isabelle Huppert (72) hat Blut geleckt. In ihrem neuen Film «Die Blutgräfin» streift die französische Schauspielerin als Vampir durch Wien. «Es hat Spaß gemacht, einen Vampir zu spielen», sagte sie bei den Filmfestspielen in Berlin. Dort feierte die groteske Komödie von Kultregisseurin Ulrike Ottinger (83) ihre Weltpremiere.

Man erwarte so viel davon, ein Vampir zu sein, ergänzte die Französin. Aber die Art, wie Filmemacherin Ottinger mit dem Genre spiele, habe dem eine weitere Dimension verliehen. Ottinger sei eine Visionärin.

«Ein Vampir sollte nicht so gesprächig sein»

Huppert habe «unbedingt eine richtige Vampirin» spielen wollen, sagte Ottinger dem «Tagesspiegel». «Sie sagte: „Ich möchte mindestens einmal richtig zubeißen!“ Den Wunsch habe ich ihr gerne erfüllt. Eigentlich wollte sie mehr Text – in französischen Filmen wird ja viel geredet –, aber ein Vampir sollte nicht so gesprächig sein.»

Der Film basiert auf einer Legende zur ungarischen Gräfin Elisabeth Báthory, die um das Jahr 1600 Dutzende Mädchen umgebracht haben soll, um ihr Blut zu trinken und so ewige Jugend zu erlangen. Für die Dialoge im Film hat Ottinger mit der österreichischen Autorin Elfriede Jelinek zusammengearbeitet. Die Idee zum Drehbuch sei ihr bereits im Jahr 1998 gekommen, sagte sie bei der Weltpremiere, bei der es viel Beifall gab.

Auf welche Rolle Eidinger zuerst hoffte

Lars Eidinger («Jay Kelly», «Sterben») ist als Therapeut Theobald Tandem zu sehen, hatte anfangs aber auf eine andere Rolle gehofft. «Ich hatte erwartet, ein Vampir zu sein, aber dann schickten sie mir das Drehbuch und es stellte sich heraus, dass ich der Therapeut des Vampirs bin», sagte Eidinger (50).

Er habe trotzdem zugesagt, weil es ihn interessiert habe, mit Ottinger zu arbeiten, sagte Eidinger. Denn es komme nicht oft vor, dass man jemanden treffe, der eine solche Punk-Haltung so verkörpere wie sie.

Im Film hat auch Tom Neuwirth (alias Conchita Wurst) mehrere Auftritte. Birgit Minichmayr («Andrea lässt sich scheiden», «Alle anderen») spielt die Zofe der Blutgräfin. Und Thomas Schubert («Roter Himmel») stellt den Sonderling der Vampirfamilie dar – einen vegetarischen Vampir mit einem wunderbaren Namen: Rudi Bubi Baron von Strudl zur Buchtelau.

Quelle: dpa

 

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