Seit Mitte 2021 beschäftigen sich die Ermittler des Bayerischen Landeskriminalamts (BLKA) und des Zentrums zur Bekämpfung von Kinderpornografie im Internet (ZKI) mit der Darknet-Plattform „Alice with Violence CP“, auf der kinderpornografische Inhalte gegen Bezahlung in Bitcoins angeboten wurden. Dabei wurden über 373.000 onion-Domains identifiziert, die auf 122 Plattformvarianten verteilt waren, auf denen neben Kinderpornografie auch Cybercrime-as-a-Service-Leistungen wie Kreditkartendaten und Systemzugänge angeboten wurden. Zwischen Februar 2020 und Juli 2025 wurden auf 32 Plattformen kinderpornografische Inhalte zum Kauf angeboten, wobei Betrugsseiten mit falschen Versprechungen von Downloadpaketen im Wert von bis zu mehreren Terabyte betrieben wurden. Insgesamt wurden weltweit 440 Tatverdächtige ermittelt, darunter auch der Betreiber, ein chinesischer Staatsbürger, der trotz Verschleierung durch Kryptowährung-Mixing-Dienste identifiziert wurde.
Am 9. März 2026 startete eine koordinierte Aktion mit 23 Staaten, an der auch Europol beteiligt war. In Deutschland wurden 14 Durchsuchungen in neun Bundesländern durchgeführt, bei denen 14 Tatverdächtige festgenommen wurden. Insgesamt wurden 105 Server mit über 373.000 Darknet-Seiten beschlagnahmt, auf denen sich bis zu diesem Zeitpunkt etwa 400.000 USD in Bitcoins befanden. Die Ermittlungen gegen rund 89 Beschuldigte in Deutschland dauern an, wobei auch die Unterstützung internationaler Organisationen wie INTERPOL genutzt wird.
Die Zentralstelle Cybercrime Bayern der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg, zuständig seit 2015, arbeitet mit verschiedenen nationalen und internationalen Partnern zusammen, um Cyberkriminalität, insbesondere im Bereich der organisierten Cyberkriminalität und Kinderpornografie, zu bekämpfen. Seit 2020 gibt es ein spezielles Zentrum zur Bekämpfung von Kinderpornografie im Internet, das sich auf Darknet-Foren konzentriert. Die Ermittlungen führten auch zu konkreten Maßnahmen zum Schutz von Kindern, etwa durch Durchsuchungen bei Verdächtigen, die Kinderpornografie konsumierten oder handelten.
Trotz Verschleierung durch Kryptowährung-Mixing-Dienste konnten die Täter identifiziert werden. Die Behörden haben zahlreiche elektronische Geräte sichergestellt und arbeiten weiterhin an der internationalen Strafverfolgung. Die Maßnahmen zeigen die Effektivität der Zusammenarbeit auf nationaler und internationaler Ebene im Kampf gegen die sexuelle Ausbeutung von Kindern im Darknet.