Windkraftausbau

In jeder dritten Planungsregion fehlen Flächen für Windräder

16. Februar 2026 , 12:12 Uhr

Wohin sollen in Bayern die Windkraftanlagen gebaut werden, die es zur Energiewende braucht? Diese Frage spaltetet schon lange Kritiker und Befürworter. Eine Analyse zeigt, wo es besonders schwer wird.

In jeder dritten bayerischen Planungsregion ist laut einer Potenzialanalyse die gesetzlich festgeschriebene Ausweisung von 1,8 Prozent der Fläche für Windenergie nicht zu erreichen. Dies geht aus einer Auswertung des Ökoenergie-Instituts Bayern (ÖIB) im Landesamt für Umwelt hervor. Demnach liegt das Potenzial im Raum Ingolstadt bei 1,7 Prozent, in Nürnberg bei 1,6 Prozent, in Donau-Wald, Allgäu und Oberland bei je 1,4 Prozent und in Südostbayern gar nur bei 1,3 Prozent.

Bis 2032 müssen bayernweit 1,8 Prozent ausgewiesen sein 

Spitzenreiter in Bayern sind die Regionen Bayerischer Untermain, Würzburg, Main-Rhön, Oberfranken-West, Oberfranken-Ost, Oberpfalz-Nord, Westmittelfranken und Augsburg mit je 2,1 Prozent. Für Regensburg werden 1,9 Prozent angegeben, für Landshut, München und Donau-Iller je 1,8 Prozent. 

Hinter der Ausweisung steht das Windenergieflächenbedarfsgesetz. Es legt verbindliche Flächenziele für alle Bundesländer fest. Für Bayern bedeutet dies, dass bis Ende 2027 1,1 Prozent der Fläche in jeder Planungsregion und bis Ende 2032 1,8 Prozent bayernweit auszuweisen sind. In Summe dürften die analysierten Flächen ausreichen, um das landesweite Ziel zu erreichen. 

Welche Flächen am Ende tatsächlich für Windkraftanlagen ausgewiesen werden, ist aber Sache der regionalen Planungsverbände. Die in der Analyse angegebenen Werte seien nur als «unverbindliche Orientierungs- und empfohlene Mindestwerte» zu verstehen.

Bundesregierung will Flächenwerte nochmals überprüfen

Die Bundesregierung hatte zudem im Frühjahr 2025 angekündigt, die Flächenbeitragswerte nochmals zu überprüfen. «Ich freue mich sehr, dass inzwischen die Mehrheit der Regionen in Bayern – trotz der noch ausstehenden Bestätigung des Flächenziels 2032 durch den Bund – die Windenergiesteuerung erfolgreich umgesetzt hat», sagte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler). Die Orientierungswerte könnten «die Spannungen vor Ort» reduzieren.

Aufgrund der regional sehr unterschiedlichen Windenergiepotenziale hat die Staatsregierung zunächst einheitlich nur die Mindestziele bis Ende 2027 für alle 18 bayerischen Regionen vorgegeben. Werden die Vorgaben nicht erfüllt, können Windenergieanlagen auch ohne Steuerungsmöglichkeiten durch Länder und Kommunen errichtet werden.

Aiwanger: Konfliktfreier Ausbau ist keine leichte Aufgabe

«Der Ausbau der Windenergie an verträglichen und möglichst konfliktarmen Standorten bei größtmöglicher kommunaler Akzeptanz ist keine leichte Aufgabe», betonte Aiwanger. Mehr als die Hälfte der 18 Planungsverbände hätten in den vergangenen drei Jahren zusammen rund 62.540 Hektar neue Windenergiegebiete ausgewiesen. Dahinter stünden aufwendige Planungsprozesse. 

Grüne fordern mehr Tempo

Für den energiepolitischen Sprecher der Grünen im Landtag, Martin Stümpfig, geht die Ausweisung zu langsam und zu unverbindlich voran. «Eineinhalb Jahre, nachdem das Fachgutachten des Planungsbüros fertig ist, schafft es auch die Staatsregierung, die Verteilung der Flächenziele auf die Planungsverbände festzulegen», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. «Aber selbst nach so langer Zeit lediglich als unverbindliche Empfehlung. Das ist viel zu spät und zu unverbindlich.» Die Staatsregierung müsse endlich die Flächenziele verbindlich festlegen und dafür die Frist bis Ende 2027 setzen. «Jetzt darf nicht weiter Zeit verloren gehen.»

Quelle: dpa

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