IHK und Politik reagieren kritisch auf Trumps Zollpaket

04. April 2025 , 06:47 Uhr

US-Präsident Trump sieht die USA nach der Verkündung seines gewaltigen Zollpakets auf dem richtigen Weg. Der Patient lebe und werde viel stärker, größer, besser und widerstandsfähiger sein als je zuvor, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Bundeskanzler Scholz nannte Trumps Zölle hingegen einen Angriff auf eine Handelsordnung, die Wohlstand überall auf dem Globus geschaffen habe. Der Forchheimer Unternehmer und oberfränkische Industrie- und Handelskammer Präsident Michael Waasner sagt:

„Ich denke, die EU wird zweistufig reagieren. Einmal mit direkten Gegenmaßnahmen gegen Zöllen, aber dann zum anderen langfristig durch Verhandlungen, um vielleicht doch hier noch zu einer Zollpolitik zu kommen, die für beide Seiten positiv ist.“

Waasner befürchtet weiter, dass die Amerikaner selbst viel für die Zollpolitik zahlen werden. Denn irgendjemand muss die Zölle ja bezahlen. Auf kurze Sicht würden viele Beteiligte verlieren, auf lange Sicht werde man sehen, wie man sich mit der US-Administration einigen kann.

Kritik kommt auch von Politikern aus der Region Bamberg-Forchheim. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Lisa Badum sagt gegenüber Radio Bamberg: „Die EU-Kommission wird weiter versuchen, eine Verhandlungslösung mit den USA zu erzielen, was die Zölle angeht. Sollte die amerikanische Regierung dazu jedoch nicht bereit sein, dann wird die Europäische Union eine angemessene Antwort auf diese neuen Zölle auf europäische Produkte geben. Das ist insbesondere wichtig für unsere Autoindustrie.“

Ihr Kollege Andreas Schwarz von der SPD: „Es ist natürlich auch die Chance, weiterhin über Freihandel und die Bedeutung und Wichtigkeit mit ihm zu reden. Es ist auch eine Chance für uns, sich neue Märkte zu erschließen. Europa sollte gegenüber Amerika weiterhin die Hand ausgestreckt halten, aber auch entschlossen und mutig, wenn nötig, reagieren. Dann wird Trump merken, dass er nicht nur Vertrauen verspielt, sondern am Ende auch der wirtschaftliche Verlierer ist.“

Und der CSU-Bundestagsabgeordnete Thomas Silberhorn meint: „Wir müssen zunächst auch über Gegenzölle nachdenken. Anders wird es meines Erachtens bei einer so gewaltigen weltweiten Zollerhöhung nicht gehen. Also wir müssen zunächst schon mal klar reagieren und auch im Interesse unserer Wirtschaft versuchen, einerseits die Handelsbeziehungen aufrecht zu halten, eher zu stärken, aber andererseits auch Schaden zu vermeiden. Darum geht es jetzt.“

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