Der in Berlin lebende Starpianist Igor Levit hat Bundeskanzler Friedrich Merz für seine Ansprache am Wahlabend kritisiert. «Die Hybris, sich als Kanzler, nach diesem Wahljahr, an dessen Ende ein dramatischer Autoritätsverlust steht, sowohl in weiten Teile der Bevölkerung, als auch in großen Teilen seiner eigenen Regierung, hinzustellen und so eine Rede zu halten, die dem Weiter-so bloß versucht, eine hübschere Verpackung zu geben, ist schon echt hart», schrieb er auf X am Sonntagabend. Diese Art der Kommunikation des CDU-Politikers wirke «losgelöst».
Der jüdische Pianist frage sich, ob und wie lange Deutschland noch sein Zuhause sei «in einer Zeit, in der jüdisches Leben in Deutschland jeden Tag ein bisschen enger wird». Der Antisemitismus wachse von rechts und von links, der Opportunismus nehme in der Mitte zu, so Levit.
Kanzler und CDU-Chef Merz hatte kurz nach der Veröffentlichung der Prognosen von ARD und ZDF eine Ansprache gehalten. Darin warb er für den Reformkurs der Regierung.
Quelle: dpa