Studie

ifo-Institut: Bevölkerung schrumpft stärker als gedacht

17. Februar 2026 , 09:51 Uhr

Neue Daten zeigen: Deutschlands Bevölkerung könnte bis 2070 um zehn Prozent schrumpfen. Besonders betroffen sind ostdeutsche Flächenländer, während Stadtstaaten wachsen könnten.

Deutschlands Bevölkerung wird in den kommenden Jahren deutlich stärker schrumpfen als bislang gedacht. Das ist das Ergebnis einer Analyse aktueller Daten des Statistischen Bundesamtes durch das Dresdner ifo-Institut für Wirtschaftsforschung. Demnach leben im Jahr 2070 voraussichtlich zehn Prozent weniger Menschen in Deutschland als heute. Bisherige Annahmen waren von einem Rückgang um ein Prozent ausgegangen. Den Forschenden zufolge gibt es deutliche regionale Unterschiede: Ostdeutsche Flächenländer sind demnach besonders stark von Schrumpfung betroffen. Stadtstaaten werden den Annahmen zufolge bis 2070 sogar wachsen. 

Grund für die Korrektur sind den Angaben nach neue Daten aus dem Zensus 2022. Demnach lebten zu diesem Zeitpunkt hochgerechnet rund 81,9 Millionen Menschen in Deutschland – weniger als bis dahin angenommen. Die niedrigere Ausgangsbasis führe langfristig zu einer «stark sinkenden Bevölkerung».

«Der verstärkte Rückgang und die Alterung der Bevölkerung müssen schon heute bei politischen Entscheidungen mit Langzeitwirkung, beispielsweise bei Gesundheit und Pflege, berücksichtigt werden», sagte Institutsleiter Joachim Ragnitz. Weniger Menschen bräuchten weniger Wohnungen, Verkehrsinfrastrukturen und Personal im öffentlichen Dienst, hieß es. Gleichzeitig steige der Bedarf bei Gesundheit und Pflege.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

19.02.2026 Einheitspartei und starker Führer? Nicht wenige sagen ja In einer umfassenden Studie sind rund 8.000 Menschen befragt worden, auch zu Demokratie und Diktatur. Erstaunlich viele zeigen sich offen für autoritäre Ideen. 26.01.2026 Befragung der Bevölkerung hat begonnen Wie leben die Menschen in Deutschland? Das interessiert Statistiker. Nun hat wieder die Mikrozensus-Befragung begonnen. Worum geht es genau? 17.02.2026 In den allermeisten Haushalten wird nur Deutsch gesprochen Rund 15,5 Millionen Menschen sprachen im Jahr 2024 zu Hause vorwiegend eine andere Sprache als Deutsch. Welche Sprachen spielen dabei eine besonders große Rolle? 05.02.2026 Zahl der Eheschließungen fällt auf Tiefstand Nur noch jeder zweite Erwachsene in Deutschland ist verheiratet. Die Menschen lassen sich bis zum Ja-Wort immer länger Zeit, wie eine Statistik zeigt. Die Ehen halten aber auch länger als früher.