Energieversorgung

Humanoide Roboter sollen Stromnetz-Fachkräfte entlasten

05. November 2026 , 09:00 Uhr

Wie bleibt die Energieversorgung der Zukunft trotz Fachkräftemangels zuverlässig? Können humanoide Roboter bei Kontrollen und gefährlichen Aufgaben helfen?

Humanoide Roboter sollen künftig Fachkräfte bei der Kontrolle von Stromnetzen unterstützen. «Entscheidend ist dabei, technologischen Fortschritt mit dem Erfahrungswissen der Menschen zusammenzubringen, die unsere Energieinfrastruktur täglich betreiben», sagte der Chef des schwäbischen Roboterherstellers Neura Robotics, David Reger. 

Sein Unternehmen will gemeinsam mit dem Energieunternehmen Eon und dem ostdeutschen Energiedienstleister EnviaM Anwendungen für Inspektionen und die Überwachung technischer Anlagen entwickeln und erproben. Erste praktische Erfahrungen im Netzbetrieb werden im Laufe des Jahres 2027 erwartet. 

Diese Aufgaben sollen Roboter übernehmen 

Im Mittelpunkt stehen Inspektionen, die Überwachung wichtiger Anlagen wie Umspannwerke und Kontrollen zur Sicherung von Anlagen. Auch körperlich belastende, wiederkehrende oder potenziell gefährliche Tätigkeiten sollen als Einsatzfelder geprüft werden. «Humanoide Roboter können sie gezielt entlasten», sagte EnviaM-Chef Stephan Lowis mit Blick auf die Beschäftigten. 

Trainiert werden sollen die Roboter zunächst unter kontrollierten Bedingungen im TUM RoboGym, einem Trainingszentrum der Technischen Universität München am LabCampus des Flughafens München. Fachkräfte sollen dort Arbeitsabläufe vorführen und Anforderungen einbringen. Die Roboter sollen lernen, Informationen aus Bildern, Geräuschen und Berührungen auszuwerten. Anschließend will die EnviaM-Netztochter Mitnetz Strom Anwendungen im realen Netzbetrieb erproben. 

Vom Training zum Praxistest im Stromnetz 

Das Training soll menschliche Vorführungen, Daten aus Einsätzen realer Roboter und Simulationen verbinden. Fachkräfte zeigen dabei Abläufe, Sensoren erfassen die Bewegungen und Handlungen der Roboter. Virtuelle Umgebungen sollen zusätzliche Situationen abbilden. Danach werden die trainierten Fähigkeiten an realen Robotern überprüft. 

Das KI-Modell Neuron AI von Neura Robotics soll neben Bildern auch Geräusche, Berührungen und Kräfte verarbeiten. Die trainierten Fähigkeiten sollen über die Plattform Neuraverse bereitgestellt und an weiteren geeigneten Einsatzorten genutzt werden können. Nach Angaben der Partner behalten Eon und EnviaM die Kontrolle über ihre Daten und trainierten Fähigkeiten. 

Humanoide Roboter wie das Modell 4NE1 könnten sich nach Angaben der Unternehmen in Anlagen bewegen, die für Menschen gebaut sind, etwa über Treppen, durch Türen und an Schaltschränken. Dafür müssten die Anlagen nicht umgebaut werden.

Quelle: dpa

 

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