Gedenken

Holocaust-Überlebende: Verteidigen Sie die Demokratie

25. Januar 2026 , 13:35 Uhr

Zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz formuliert eine Überlebende einen dringlichen Appell. Darin geht es auch um die AfD.

Die Holocaust-Überlebende Eva Umlauf warnt vor einem erstarkenden Extremismus. «Angesichts der aktuellen politischen Entwicklungen und des Trommelfeuers rechtsextremer und antisemitischer Hetze, die nicht nur in Deutschland längst von vielen unterstützt und bejubelt wird», frage sie sich, ob ihre Worte die Köpfe und Herzen noch erreichten, sagte die Präsidentin des Internationalen Auschwitz Komitees bei einer Gedenkveranstaltung in Berlin zum 81. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee.

Aufruf zur Verteidigung der Demokratie

Umlauf berichtete, wenn sie bei AfD-Veranstaltungen «jene extremen Sprechchöre höre, die bis in einzelne Worte und den Rhythmus hinein bei den Nazis angelegt» seien und «die entfesselten Gesichter derer beobachte, die in diese Rufe mit einstimmen», dann frage sie sich, ob diese Menschen wüssten, was in der bekannten Logik daraus an Leid folge.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gedenkveranstaltung in der niedersächsischen Landesvertretung in Berlin rief Umlauf zur Verteidigung der Demokratie gegen ständige Angriffe von links und rechts auf.

Die Überlebenden seien alarmiert, sagte Umlauf. Sie wünsche sich ein Land, in dem niemand Angst haben müsse, die jüdische Kopfbedeckung Kippa zu tragen, jüdische Einrichtungen ohne Wachposten auskommen und eine Gesellschaft, die rechtzeitig erkenne, wenn Menschen ausgegrenzt oder entmenschlicht würden.

Auschwitz steht für das Grauen des Holocaust

Auschwitz-Birkenau steht für den Holocaust und das Grauen des Nationalsozialismus. Rund 1,1 Millionen Menschen wurden hier zwischen 1940 und 1945 erschossen, in Gaskammern ermordet oder starben an Hunger und Krankheiten – die meisten von ihnen waren Juden. Am 27. Januar 1945 erreichten sowjetische Soldaten das Lager im von der Wehrmacht besetzten Polen und befreiten etwa 7.000 Überlebende. Umlauf war damals zwei Jahre alt.

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

31.12.2025 Bildungszentrum von Yad Vashem: Fokus auf Stimmen der Opfer Die Gedenkstätte Yad Vashem plant ein Bildungszentrum in Deutschland. Es soll eine Leerstelle in der deutschen Erinnerungskultur füllen. 25.01.2026 Ausnahmegenehmigung beantragt: Vogt darf auf Olympia hoffen Nach seinem starken Auftritt auf der Streif in Kitzbühel könnte Luis Vogt nun doch noch ins deutsche Olympia-Team rutschen. Eine Ausnahmegenehmigung soll einen Einsatz ermöglichen. 25.01.2026 Ökonom Schularick: USA sind kein verlässlicher Partner mehr Der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft hat die Trump-Rede in Davos beobachtet. Er zieht daraus Schlüsse auch für die Bundesregierung. 25.01.2026 Trump brüskiert Nato-Partner mit Äußerungen zu Afghanistan Für seine neueste Provokation erntet US-Präsident Donald Trump harsche Reaktionen. Zumindest mit Blick auf ein betroffenes Land ist er nun zurückgerudert.