Gewalt gegen Frauen

Herrmann bewertet elektronische Fußfesseln positiv

21. Juli 2026 , 09:00 Uhr

Der Einsatz elektronischer Fußfesseln zum Schutz von Opfern häuslicher Gewalt soll ausgeweitet werden. Welche Erfahrungen Bayern bisher damit macht.

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann bewertet den Einsatz von elektronischen Fußfesseln bei Tätern von Gewalt gegen Frauen positiv. Bayern habe mit der Anordnung als Präventivmaßnahme gute Erfahrungen gemacht, sagte der CSU-Politiker im Bayerischen Rundfunk. «Dass wir hier den Schutz von potenziellen Opfern verbessern können, ist unstrittig.»

Mit Blick auf die bereits beschlossene Reform des Gewaltschutzgesetzes ergänzte Herrmann: «Inwieweit das jetzt mit den neuen gesetzlichen Grundlagen ausgeweitet wird, wird man sehen. Insgesamt ist es aber vor allem erfreulich, dass es technisch wirklich gut funktioniert.» 

Täter häuslicher Gewalt sollen öfter Fußfesseln bekommen

Mit der Reform des Gewaltschutzgesetzes soll der Einsatz elektronischer Fußfesseln die Opfer häuslicher Gewalt künftig besser vor erneutem Kontakt mit dem Täter schützen. Damit kann ein vom Gericht angeordnetes Annäherungsverbot effektiver durchgesetzt werden. Denn kommt der Täter zu nahe, wird das Opfer über ein Empfangsgerät gewarnt. Mit Inkrafttreten der Reform im kommenden Jahr wird mit einer deutlichen Steigerung der zu überwachenden Personen gerechnet.

«In erster Linie sind das Fälle, wo wir Opfer schützen wollen», schilderte Herrmann bei Bayern 2. «Das sind vor allem auch Auflagen von Stalkingfällen, wenn ein – in der Regel – Mann eine Frau belästigt hat, es hier vielleicht schon zu Straftaten gekommen ist, die Gefährdung besteht, dass der Mann wieder der Frau zu nahe kommen will, sie verfolgt, bedrängt und dann das Gericht entsprechende Auflagen macht.»

Quelle: dpa

Das könnte Dich auch interessieren

10.07.2026 Zehn Jahre nach Münchner Anschlag: Die Wut trauernder Eltern Zehn Jahre nach dem rassistischen Anschlag im Olympia-Einkaufszentrum bleibt der Schmerz: Was Sibel und Hasan Leyla heute fühlen und welches Versprechen sie ihrem getöteten Sohn Can gegeben haben. 10.07.2026 Familie von Anschlagsopfer: «Wir hören jeden Tag die Hetze» Zehn Jahre nach dem rassistischen Anschlag in München fühlen sich Hinterbliebene unsicher. Der Hauptgrund: Alltagsrassismus und Hetze. Die Mutter eines Opfers äußert sich. 24.06.2026 Schauspielerin Rizos: Scham- und Schuldgefühle nach Deepfake Ein gefälschtes pornografisches Foto mit ihrem Gesicht versetzte der Schauspielerin einen Schock. Wie sie mit dem digitalen Alptraum kämpfte - und was sich rechtlich jetzt endlich ändern soll. 21.07.2026 Messerstiche auf Dorffest: Junger Mann in U-Haft Nach den Messerstichen auf einem Dorffest im oberbayerischen Egling steht ein junger Mann unter Tatverdacht und sitzt nun in Untersuchungshaft. Was die Ermittlungen bisher ergaben.