Internationales Filmfestival

Hauptpreis des Karlsbader Filmfestivals geht nach Myanmar

11. Juli 2026 , 21:54 Uhr

Hollywood-Stars und ein preisgekröntes Drama aus Südostasien: Was das Karlsbader Filmfestival so besonders macht - und warum viele Besucher die ungezwungene Atmosphäre lieben.

Der Hauptpreis des 60. Internationalen Filmfestivals von Karlsbad geht in diesem Jahr an ein Drama aus dem südostasiatischen Krisenland Myanmar. Das Werk des Regisseurs Aung Phyoe mit dem übersetzten Titel «Obstpflücken» erhielt bei der Abschlussgala den Kristallglobus für den besten Wettbewerbsbeitrag. Der Film handelt von der Freundschaft zwischen zwei jungen Frauen, die sich als Näherinnen in einer Textilfabrik kennenlernen und besondere Gefühle füreinander entwickeln. 

Der Hauptpreis ist mit 25.000 US-Dollar (umgerechnet knapp 22.000 Euro) dotiert. Das Filmfestival im tschechischen Karlsbad (Karlovy Vary) gehört zu den bedeutendsten in Mittel- und Osteuropa. Der Preis für die beste Schauspielerin ging an die schweizerisch-tschechische Schauspielerin Anna Schinz für ihre Rolle in der Weltpremiere «A Happy Family». Als bester Schauspieler wurde Ghassan Saad geehrt. 

Kristallglobus für Juliette Binoche

Zahlreiche Stars und Prominente zeigten sich auf dem roten Teppich in dem westböhmischen Kurort. Die französische Schauspielerin Juliette Binoche nahm einen Kristallglobus für außerordentliche Verdienste um das Weltkino entgegen. Die 62-Jährige wurde unter anderem mit der Milan-Kundera-Verfilmung «Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins» von 1988 bekannt. Bereits zu Beginn der Filmschau hatte Hollywood-Star Dustin Hoffman ebenfalls einen Kristallglobus für sein Lebenswerk erhalten. Der 88-Jährige stellte in Karlsbad persönlich sein Debüt «Die Reifeprüfung» von 1967 vor.

Besucher lieben lockere Atmosphäre

Die 1946 gegründete Filmschau, die anfangs im Wechsel mit ihrem Moskauer Pendant stattfand, ist eine der ältesten der Welt. Das Festival lockt jeden Sommer Zehntausende Besucher aus dem In- und Ausland nach Karlsbad, das rund 100 Kilometer östlich von Bayreuth und 70 Kilometer südlich von Chemnitz liegt.

Das Karlsbader Filmfestival ist bekannt für seine lockere Atmosphäre, dank der man den Stars manchmal ganz nah kommen kann. Während die Prominenten in Luxushotels verweilen, übernachten viele junge Besucher in einer großen Zeltstadt. In diesem Jahr wurden nach Angaben der Veranstalter mehr als 132.500 Eintrittskarten für 472 Vorführungen verkauft.

Quelle: dpa

 

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