Die Handwerkskammer für Oberfranken schlägt Alarm. Geplante Änderungen bei erneuerbaren Energien könnten zahlreiche Handwerksbetriebe und Arbeitsplätze gefährden. Das kritisiert die Kammer in einem offenen Brief an Bundeswirtschaftsministerin Reiche.
Im Mittelpunkt steht die sogenannte Redispatch-Regelung. Schon heute werden hocheffiziente Erzeugungsanlagen unwirtschaftlich, so die HWK in einer Mitteilung, da Netzbetreiber die Anlagen bei Gefährdung der Sicherheit oder Zuverlässigkeit des Elektrizitätsversorgungs-systems abregeln können (§ 13 EnWG), so dass Betriebe trotz Eigenstromerzeugung und eigener Speicherkapazitäten gezwungen sind, vielfach teureren Strom aus dem Netz zu beziehen (Redispatch-Vorbehalt). Anlagenbetreiber haben bei derartigen Redispatch-Eingriffen zwar grundsätzlich einen gesetzlichen Anspruch auf einen finanziellen Ausgleich, müssen sich jedoch seit der Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes am 23.12.2025 selbst um die Einforderung ihrer Redispatch-Entschädigung beim zuständigen Netzbetreiber kümmern. Die Praxiserfahrung zeigt einen enormen zusätzlichen Aufwand mit Kosten- und Abrechnungsrisiken, die ins besonders kleine Anlagenbetreiber zusätzlich belasten.
Die HWK befürchtet, dass Unternehmen Investitionen streichen und Aufträge im Handwerk wegbrechen. Sie fordert klare Regeln und mehr Planungssicherheit.