Champions League

«Regelrecht vernichtet»: Haaland ratlos nach Bodö-Blamage

21. Januar 2026 , 09:38 Uhr

Party am Polarkreis: Bodö/Glimt schockt Manchester City in der Champions League, Superstar Haaland ist es «peinlich». Der Held des Abends bekommt ein besonders Lob.

Kjetil Knutsen hatte nach der Sensation gegen das Star-Ensemble von Manchester City ein dringendes Anliegen. Der Trainer des norwegischen Fußball-Zwergs FK Bodö/Glimt erklärte den Helden des 3:1 gegen den englischen Super-Club noch live im Fernsehen für unverkäuflich. «Wir haben keinerlei Pläne, Kasper Högh an irgendjemanden zu verkaufen», sagte Knutsen.

Dieser Högh, ein 25 Jahre alter Däne, machte in der Champions League gegen City das Spiel seines Lebens. Zwei Tore in der ersten Halbzeit binnen zwei Minuten, ein weiteres wegen Abseits aberkanntes nach der Pause. Den dritten Treffer der Norweger erzielte dann der Ex-Frankfurter Jens Petter Hauge per Traumtor. Als Belohnung gab es für Högh das Trikot von Superstar Erling Haaland, dessen Rückkehr in die Heimat am Ende zur peinlichen Dienstreise wurde.

Högh besser als Idol Haaland

Für Högh war es nicht irgendein Trikot. «Ich weiß, dass Kasper zu Erling aufschaut. Er ist sein großes Idol», sagte Bodös Kapitän Patrick Berg. Knutsen erklärte zudem, dass man sich mit Högh oft Videos von Haalands Bewegungen und dessen Timing angeschaut habe, damit er davon lernen könne.

Den Lerneffekt gab es ausgerechnet gegen den großen Haaland. «Ich übernehme die volle Verantwortung dafür, dass ich keine Tore geschossen habe. Es ist peinlich», sagte der Superstar. «Das ist nicht gut genug. Wir sind Manchester City. So sollte es nicht sein.»

City zeigte eine schwache und ideenlose Leistung, allein Haaland hatte in der ersten Halbzeit nicht einmal zehn Ballkontakte. Nach dem Treffer zum 1:3 durch Ryan Cherki verlor das Team von Starcoach Pep Guardiola auch noch den Mittelfeldstrategen Rodri, der binnen etwas mehr als einer Minute zweimal die Gelbe Karte sah.

«Regelrecht vernichtet»

Die Reaktionen waren entsprechen. «Das wird Schockwellen durch Europa senden», sagte der Kommentator des norwegischen Senders TV2. Die Manchester Evening News schrieben vom «Spiel aus der gefrorenen Hölle Norwegen.» Ex-Stürmer Chris Sutton war ebenfalls deutlich: «Bodø/Glimt hat Manchester City nicht nur geschlagen – sie haben sie regelrecht vernichtet.»

Guardiola lobte Bodö als «absolute Spitzenmannschaft», akzeptabel dürfte es die Niederlage keinesfalls machen. Es war nicht die erste internationale Überraschung des Clubs, in der Conference League besiegte man im Oktober 2021 die AS Rom mit 6:1. Doch der Erfolg gegen City war bedeutender. «Ich würde sagen, das ist das Größte, was wir je erreicht haben. Wir haben eine der besten Fußballmannschaften der Welt geschlagen und das haben wir uns verdient», sagte Berg.

Quelle: dpa

 

Das könnte Dich auch interessieren

20.01.2026 0:2 in London: Dortmund unterliegt Tottenham Der BVB trifft in London auf einen angeschlagenen Gegner, kann das aber nicht nutzen. Schon früh läuft vieles gegen Dortmund. Mehr als eine Stunde spielen die Westfalen in Unterzahl. 19.01.2026 Mit «Rückenwind» nach London: BVB-Glanz in der Königsklasse? Für den direkten Achtelfinaleinzug braucht Dortmund auswärts gegen Tottenham wohl einen Sieg. Die Champions League ist nicht nur finanziell wichtig. Der Gegner ist angeschlagen. 27.12.2025 Wirtz trifft bei emotionalem Liverpool-Sieg gegen Wolves Erleichterung bei Florian Wirtz: Der Nationalspieler erzielt endlich sein erstes Liverpool-Tor. Im ersten Spiel von Diogo Jotas Ex-Clubs Liverpool und Wolverhampton seit seinem Tod wird es emotional. 21.01.2026 Trump will Grönland: Boykottieren wir jetzt die Fußball-WM? «Feuer mit Feuer» bekämpfen, US-Präsident Donald Trump in Verlegenheit bringen: Der Konflikt um Grönland hat auch die Fußball-WM 2026 erreicht. Wie wahrscheinlich ist ein Boykott?