Anklage erhoben

Günstig, aber Fake: Händler-Konten für Betrug missbraucht

15. Januar 2026 , 10:41 Uhr

Ein günstiger Fernseher? Die Spielekonsole als Super-Schnäppchen? Und dann ist alles Fake. Ein aktueller Fall der Zentralstelle Cybercrime gibt Einblick in die Machenschaften von Onlinebetrügern.

Ein mutmaßlicher Onlinebetrüger soll sich Zugang zu Konten von Händlern verschafft und Käufer so ums Geld gebracht haben: Die bayerische Zentralstelle Cybercrime hat Anklage gegen den 34 Jahre alten Mann erhoben. Die Vorwürfe lauten unter anderem auf das Ausspähen von Daten und auf banden- und gewerbsmäßigen Betrug.

Laut den Ermittlern der Zentralstelle und der Kripo Nürnberg geht es in dem Fall darum, dass eine Bande über Phishing-Mails an Zugangsdaten zu Händler-Konten einer großen Versandhandels-Plattform gekommen sein soll. Insgesamt sollen 158 Händler so die Kontrolle über ihr Konto verloren haben. 

Geld floss per Vorkasse

Daraufhin wurden betrügerische Angebote in den Shops platziert: Der günstige Fernseher, die Spielekonsole zum Schnäppchenpreis oder die billige Kaffeemaschine wurden nie an die Käufer verschickt. Stattdessen sollen die Betrüger das per Vorkasse überwiesene Geld abgegriffen haben. In 416 Fällen überwiesen die Kunden insgesamt mehr als 200.000 Euro, wie die Zentralstelle mitteilte.

Der Angeschuldigte soll in dem Komplex eine zentrale Rolle gespielt haben: Er soll die Kontrolle über die Händlerkonten übernommen und an der Platzierung der Fake-Angebote mitgewirkt haben. Der Mann war Ende 2024 in Rumänien festgenommen und dann nach Deutschland ausgeliefert worden. Seitdem sitzt er in Untersuchungshaft. Das Landgericht Bamberg muss nun entscheiden, ob es die Anklage zulässt.

Auch für die Händler, deren Daten abgegriffen wurden, hatte das Vorgehen finanzielle Folgen: Die Händlerkonten bei der Plattform wurden gesperrt, es gab negative Kundenbewertungen.

Quelle: dpa

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